Formen der Konfirmandenelternarbeit

"Es ist wichtig, Mütter und Väter in die Konfirmandenelternarbeit einzubeziehen. Sie sind wesentliche Bezugspersonen der Jugendlichen. Als Gemeindemitglieder mit eigenen Gaben und Möglichkeiten, Fragen und Problemen leisten sie einen eigenständigen Beitrag zu Glauben und Leben der Gemeinde.
  In der Arbeit mit Eltern ist ihre jeweilige Einstellung zu Glaube und Kirche zu beachten. Diese Einstellungen prägen zum Teil auch die Konfirmanden und Konfirmandinnen.
  Gespräche mit Müttern und Vätern zur Konfirmandenarbeit und zu Fragen des christlichen Lebens im Rahmen von Besuchen und Elternabenden sind feste Bestandteile der Arbeit mit Konfirmanden und Konfirmandinnen."
(Rahmenrichtlinien A 4; siehe auch ebd. B 4!)

Wahrnehmungen

  • Die Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden haben bereits Erfahrungen mit Elternarbeit – vor allem an der Schule. Dort engagieren sie sich besonders im Blick auf die Förderung ihres eigenen Kindes. Sie sind es nicht gewohnt, dass man an ihnen als Menschen (und nicht nur als Eltern) interessiert ist.
  • Erziehungs- und Familienprobleme werden als privat angesehen, mit denen man mehr oder weniger alleine fertig werden muss.
  • Für Erziehungsfragen sind meistens in erster Linie die Mütter zuständig. Nur bei "harten" Themen wie Konflikten, Bewertungen und wichtigen Entscheidungen schalten sich die Väter ein.
  • Die Eltern kennen Elternabende von der Schule: Dort geht es in erster Linie um die Weitergabe von Informationen an die Erziehungsberechtigten. Schul-Elternabende werden häufig als lästige Pflicht empfunden.
  • Die meisten Konfirmandeneltern haben eine ungeklärte Beziehung zur Kirche: Unklar ist ihnen vor allem, was ihnen – die sie ja "voll im Leben stehen" – der "Verein" Kirche zu bieten hat.
  • Unklarheit herrscht auch im Blick auf die Bedeutung der Konfirmation. Konfirmandeneltern sehen darin in erster Linie ein Familienfest. Andererseits spüren sie, dass es "der Kirche" um mehr geht – ohne genau zu wissen worum.
  • Manche Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden vermuten Vereinnahmungsstrategien und möchten sich diesen so weit wie möglich entziehen. Dies gilt sowohl in Fragen der eigenen Lebensführung wie hinsichtlich eines eigenen Engagements im Rahmen der Kirchengemeinde.
  • Konfirmandeneltern leben getrennt, in Patchwork-Familien oder in den mittleren Ehejahren und mit pubertierenden Kindern. Dies führt zu zum Teil sehr großen Belastungen.
  • Gleichzeitig sind sie selbst "Menschen in der Mitte des Lebens" und oft am Scheitelpunkt ihrer Möglichkeiten: Das Haus ist gebaut, die Kinder bald flügge und beruflich wird nicht mehr viel "drin" sein. Aber: "Das kann doch nicht alles gewesen sein!"
  • Vor allem die Mütter leiden am "Sandwich-Dasein": Die Erziehung und Versorgung der Kinder ist noch nicht abgeschlossen; die Heranwachsenden erfordern viel Energie und mindestens am Horizont deutet sich die Fürsorge für die eigenen Eltern an.

Ziele

Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden werden angesprochen,

  1. um ihnen Informationen über Ziele, Inhalte, Organisationsformen und Gestaltungsmöglichkeiten heutiger Konfirmandenarbeit zu vermitteln und sie in die Mitverantwortung und Mitgestaltung der Konfirmandenarbeit einzubeziehen;
  2. um gegen die bestehenden Hemmungen und Ängste im Blick auf die Kirchengemeinde neue Kontakte zu schließen und Angebote lebbaren Glaubens zu machen;
  3. weil sie in ihrer eigenen lebensgeschichtlichen Situation Angebote zur Orientierung und Vergewisserung brauchen.

Formen

  • Hausbesuche
    (vor allem in den Monaten nach der Anmeldung) dienen dem Kennen-Lernen der besonderen Situation der Konfirmandenfamilie. Sie tragen zum Verständnis der Jugendlichen ebenso bei wie zur Wahrnehmung der persönlichen Möglichkeiten und Herausforderungen der Eltern.
  • Elternbriefe
    eigenen sich sowohl für die Information über Besonderheiten der Konfirmandenzeit wie für die niederschwellige Behandlung allgemeiner Erziehungsherausforderungen.
  • Mitarbeit
    von Eltern pubertierender Jugendlichen ist zwar nicht unproblematisch, aber mindestens in Form von Service-Leistungen eine gute Möglichkeit, bisher unbekannte Gemeindemitglieder miteinander in Kontakt zu bringen.
  • Elternabende
    sind bereits von der Schule her bekannt. Standard sind mindestens ein Elternabend zu Beginn der Konfirmandenzeit (mit Informationen über Programm, Zeitplan und Regelungen) sowie einige Wochen vor der Konfirmation (mit genaueren Absprachen über die Gestaltung). Daneben bieten sich Elternabende vor Freizeiten (mit der Klärung wichtiger Absprachen), nach Praktika (mit der Darstellung der gemachten Erfahrungen) und zu bestimmten Erziehungs- und Glaubensthemen an.
  • Gemeinsame Veranstaltungen für Eltern und Konfis
    bieten die Möglichkeit eines „generationenübergreifenden Lernens“.
  • Von Eltern (und Konfis) gestaltete Gottesdienste
    bieten die Möglichkeit von „liturgischem Lernen“.
  • Eltern-Konfi
    ist eine gute Möglichkeit, interessierten Eltern einerseits eine Vorstellung von der Art und den hauptsächlichen Inhalten der KU zu geben und ihnen andererseits klar umrissene Lernräume des christlichen Lebens zu eröffnen, z.B.:
    1. „Bausteine des Glaubens“ - Erkundungen im Kirchenraum
    2. „Wir gehen gemeinsam in die Kirche“ – Heilvolle Erfahrungen im Gottesdienst
    3. „Kein Buch mit 7 Siegeln“ -  Interaktive Zugänge zu biblischen Texten.

Fortbildungen

Die nächsten Fortbildungen zur Konfirmandenarbeit finden Sie hier
und hier können Sie sich online für einen Kurs anmelden.

Dekanatsbeauftragte

Die aktuelle Liste finden Sie im Intranet der bayerischen Landeskirche, Handlungsfeld 3 (Zugang erforderlich).

Die Termine der nächsten Jahrestreffen finden Sie hier.