Konzeptionsentwicklung Konfirmandenarbeit
D Wie wollen Sie den Lernprozess organisieren?
D 1 Verschiedene Grundmodelle und ihre Vor- und Nachteile
Das zweijährige Modell
war (jedenfalls in Franken) lange Jahre das klassische: Präparandenunterricht in der 7. Klasse - Konfirmandenunterricht in der 8. Klasse.
Klassischer Weise beginnen beide Teile jeweils im Herbst (so um Erntedank herum) und enden vor Ostern. Palmsonntag war früher der klassische Konfirmationstermin: Da endete für die Achtklässler die Schulzeit.
In den landwirtschaftlich geprägten fränkischen Gemeinden hatte die Aufteilung der Konfirmandenzeit den Vorteil, dass die Jugendlichen im Sommer auf dem Feld helfen konnten. Heute spricht für dieses Modell die längere Zeit der Begleitung: Gerade in diesen eineinhalb Jahren tut sich für die Jugendlichen sehr viel. Allerdings wäre es sinnvoll, zwischen Präparanden- und Konfirmandenzeit ein oder zwei Begegnungen (bzw. eine Freizeit) einzubauen.
In Gemeinden mit einer hohen Fluktuation kann es wegen der längeren Zeitspanne zu Problemen kommen. Für die Unterrichtenden bedeutet dieses Modell mindestens zwei Gruppen parallel zu begleiten: eben die Präpis und die Konfis.
Das einjährige Modell
ist vor allem in Südbayern stark verbreitet. Hier beginnt die Konfirmandenzeit in der Regel in den letzten Wochen der 7. Klasse und endet meistens an einem Sonntag vor Pfingsten.
Dadurch kann beinahe das ganze Kirchenjahr für den Unterricht relevant werden. Die ersten Wochen vor den Sommerferien können für erlebnisorientierte Veranstaltungen im Freien (für das Zusammenwachsen der Gruppe) genutzt werden. Dieses Modell ist günstiger im Blick auf das Eintreten für einen unterrichtsfreien Nachmittag, weil es im Wesentlichen nur die 8. Klasse betrifft.
Für die Unterrichtenden entfällt zwar die Parallelität zweier Unterrichtsgruppen. Dafür gehen die Konfirmandenkurse beinahe nahtlos ineinander über.
Das zweiphasige Modell
stammt ursprünglich aus der Hannoverschen Landeskirche und wird dort als "Hoyaer Modell" seit mehr als 30 Jahren "gefahren". Die Württembergische Landeskirche hat im Jahr 2000 das Modell "Konfi 3" daraus gemacht und stark gefördert. In etwa 150 Gemeinden ist es dort eingeführt.
Die Idee ist, bereits Drittklässler (bzw. Viertklässler in der Hannoverschen Landeskirche) zu Lerngruppen einzuladen, die auch von Eltern begleitet werden können. In Württemberg dauert diese Phase vier Monate.
Danach sind die Kinder zum Kindergottesdienst, zur Jungschar und/oder anderen Angeboten der Gemeinde eingeladen. In der 8. Klasse findet der klassische KU statt.
Vorteile dieses Modells sind die "frühe Kundenbindung" (Zitat des Geschäftsführers einer Werbeagentur), die leichtere Einbeziehung der Eltern und die mögliche Verknüpfung mit der Jugendarbeit.
Allerdings ist die Umstellung auf dieses Modell mit einigem Aufwand verbunden.
Das Kursmodell
gibt es ELKB-weit meines Wissens zur Zeit nur in Hof (s. www.konfikurse.de). Dort werden bereits die Fünftklässler zu einem Einführungsseminar (über mehrere Wochen an einem festen Nachmittag) eingeladen. Dort bekommen sie die nötigen Infos und ein Login für die obige Internetseite. So können sie in den nächsten Jahren ihren Kurs selbst planen: Sie müssen eine bestimmte Anzahl von obligatorischen Kursen (oft Wochenend-Seminare) und weitere Wahlkurse besuchen. Wer - zusammen mit verschiedenen Aktionen und Gottesdienstbesuchen - auf 80 Punkte kommt, kann sich konfirmieren lassen.
Der wichtigste Vorteil dieses Modells besteht darin, dass die Unterrichtenden (übrigens zum größten Teil Ehrenamtliche) nicht jedes Mal abfragen müssen, wer wann kann.
Allerdings bedeutet dies auch, dass beinahe jedes Mal eine andere Lerngruppe zusammenkommt.

