Organisation der KonfiArbeit in Bayern (2011)

Im Frühjahr 2011 erhielten die bayerischen Pfarrämter über die Dekanate einen Fragebogen zur Organisation der Konfirmandenarbeit. Abgefragt wurde

·        das Grundmodell (einjährig, zweijährig, zweiphasig oder anderes)
·        die hauptsächliche Organisationsform (Konfi-Tage, Mischform, wöchentliche
         Stunden oder andere)
·        gegebenenfalls der Wochentag und die Uhrzeit für die wöchentlichen Treffen
·        besondere Lernformen wie Gemeinde-, Diakoniepraktikum oder mehrtägige
         Konfi-Camps etc.
·        besondere Herausforderungen etwa durch einen signifikanten Anteil von
         Aussiedlerjugendlichen oder Jugendlichen mit einer Behinderung
·        sowie die regelmäßige Mitarbeit von jugendlichen bzw. erwachsenen
         Ehrenamtlichen.

Anfang September konnten 399 Fragebögen ausgewertet werden. Das entspricht einem Anteil von etwa 34% aller bayerischen Pfarreien. Damit kann die Befragung als repräsentativ angesehen werden, auch wenn der Rücklauf in den Kirchenkreisen Ansbach-Würzburg (12%) und Augsburg (14%) deutlich niedriger liegt. (Rücklauf aus den anderen Kirchenkreisen: Regensburg 70%, München 61%, Nürnberg 33% und Bayreuth 30%.)

Die wichtigsten Ergebnisse:

(Die erwähnten Diagramme - nach Kirchenkreis - finden Sie hier.)

1. Der Trend geht zum einjährigen Grundmodell.
Nach einer Befragung aus dem Jahr 2004 fand die Konfirmandenarbeit in 48% der 1437 damals erfassten Konfi-Gruppen während eines (knappen) Jahres statt. Sieben Jahre später liegt dieser Anteil bei 68%! Besonders in den Kirchenkreisen Augsburg (100%), München (95%) und Nürnberg (75%) konzentrieren die zuständigen Pfarrerinnen und Pfarrer die Konfirmandenzeit auf etwa zehn Monate, meistens von Juli bis Mai bzw. Schulbeginn bis Pfingsten. Dagegen setzen zwei Drittel der Zuständigen im KK Ansbach-Würzburg auf die längere Zeitspanne vom Beginn der 7. Jahrgangsstufe bis einige Monate vor Ende des 8. Schuljahres (s. Diagramm 1).

2. Der Trend geht in Richtung Konfi-Tag.
Im Jahr 2004 lag der Anteil der Konfi-Gruppen, die sich ausschließlich an Samstagen trafen, bei 13%. 2011 geben 29% der bayerischen Pfarrerinnen und Pfarrer an, dass der Konfi-Tag die hauptsächliche Organisationsform darstellt. Damit werden die bayerischen Ergebnisse der Bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit bestätigt, nach denen die regulären Gruppentreffen zu 28% am Samstag stattfinden. Einzelne Konfi-Gruppen treffen sich vierzehntägig zu Konfi-Halbtagen. In knapp einem Viertel der bayerischen Gemeinden gibt es ein „Mischmodell“ von wöchentlichen Treffen ergänzt durch einzelne Konfi-Tage (s. Diagramm 1).

3. Wöchentliche Treffen finden in erster Linie mittwochs und freitags am späten Nachmittag statt.
Die Präferenzen für den Mittwoch (46%), den Freitag (26%), den Donnerstag (15%) bzw. den Dienstag (10%) sind gegenüber der Befragung von 2004 nahezu unverändert. Montags finden kaum (4%) und samstags so gut wie nie wöchentliche Konfi-Treffen statt.
Zum allergrößten Teil beginnen die Konfi-Gruppen ab 16.00 Uhr, manche auch erst um 17.30 Uhr oder noch später. Lediglich freitags kommt ein früherer Beginn (15.00 Uhr oder sogar 14.30 Uhr) in Frage. Konfi-Gruppen, die am Dienstag bereits um 15.00 Uhr beginnen können, stellen die absolute Ausnahme dar (s. Diagramm 2).

4. Besondere Lernformen
Knapp 60% der Pfarrerinnen und Pfarrer weisen auf (z.T. sogar mehrere) Gemeindepraktika während des Konfi-Kurses hin. Aus vereinzelt hinzugefügten Details lässt sich dabei eine Spannweite von einfachen Tätigkeiten wie Gemeindebrief austragen über den Einsatz beim Gemeindefest bis hin zu klassischen (vor- und nachbereiteten) Praktika in gemeindlichen Einrichtungen vermuten.
In 11% der Pfarreien sind darüber hinaus Diakonie-Praktika eingeführt.
Konfi-Camps bzw. „Freizeiten“ mit mehr als zwei Übernachtungen stellen besondere, meist erlebnisorientierte Lernformen mit dem Potenzial der Nachhaltigkeit (hinsichtlich beeindruckender Erfahrungen wie der Ausbildung jugendlicher Teamer) dar. Diese Erkenntnis schlägt sich auch in den Ergebnissen der Befragung nieder: In jeder fünften Pfarrei haben die Konfis die Möglichkeit, an einer längeren Freizeit teilzunehmen. Solche „Camps“ finden entweder während der Konfi-Zeit oder (als Übergang in die Jugendarbeit) nach der Konfirmation statt und dauern bis zu zwei Wochen (s. Diagramm 3).

5. Besondere Herausforderungen
Seit dem Beginn der großen Ausreisewellen aus der ehemaligen Sowjetunion war die Konzentration der „Spätaussiedler“ regional völlig unterschiedlich verteilt. Dies zeigt sich auch heute noch in der Zusammensetzung der Konfi-Gruppen. In etwa 7/8 der Pfarreien stellen Aussiedler-Jugendliche keine besondere Herausforderung dar. In den restlichen wird häufig erwähnt, dass die Problematik durch das Erlernen der deutschen Sprache abnehme. Lediglich in einigen wenigen Gemeinden (mit bis zu 60%igem Anteil an der Konfi-Gruppe!) wird auf größere Störungen bzw. didaktische Problemen hingewiesen.
In etwa jeder zehnten bayerischen Kirchengemeinde gehörten im Jahr 2011 Jugendlichen mit einer Behinderung zur gemeindlichen Konfi-Gruppe. In den Pfarreien des Kirchenkreises München lag der entsprechende Prozentsatz mit rund 18% sogar fast doppelt so hoch.
Weitere Herausforderungen stellen – v.a. in den Kirchenkreisen Augsburg und Regensburg – riesige Gemeindegebiete in der evangelischen Diaspora und – im Kirchenkreis München – die Arbeit mit Jugendlichen „aus besonders wohlhabenden Familien (Wohlstandsverwahrlosung)“ dar.

6. Mitarbeit von Ehrenamtlichen
In knapp der Hälfte aller bayerischen Pfarreien arbeiten jugendliche Teamer mehr oder weniger regelmäßig im Konfi-Kurs mit – die Gemeinden nicht mitgezählt, wo Ehrenamtliche nur bei Freizeiten oder Wochenenden dabei sind. Auch hier gibt es regionale Unterschiede: Während sie in den Kirchenkreisen Augsburg (65%) und München (66%) überdurchschnittlich vertreten sind, gibt es im KK Ansbach-Würzburg nur in jeder vierten Gemeinde und im KK Bayreuth immerhin in jeder dritten Pfarrei jugendliche Konfi-Teamer.
Dagegen gibt es gerade im KK Ansbach-Würzburg überdurchschnittlich viele erwachsene ehrenamtliche Mitarbeitende: 21% bei 16% im Landeskirchendurchschnitt (s. Diagramm 3).

Fortbildungen

Die nächsten Fortbildungen zur Konfirmandenarbeit finden Sie hier
und hier können Sie sich online für einen Kurs anmelden.

Dekanatsbeauftragte

Die aktuelle Liste finden Sie im Intranet der bayerischen Landeskirche, Handlungsfeld 3 (Zugang erforderlich).

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