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Bibelwerkstatt: Abraham und Sara - Auf dem Weg zur Mitte

 

Wer ein Labyrinth begeht,
weiß selten, wo sein Fuß grad steht.
Doch wie auch greifen aus die Schritte,
stets kreisen sie um eine Mitte.
Wer dorthin kommt, der findet sich
und ist vereint mit Gott und sich.

 

Autorenteam:
RPZ Heilsbronn, Referat Realschule - Julia Born
Bibel-Erlebnis-Haus Nürnberg - Petra Schnitzler
Lernwerkstatt im RPZ Heilsbronn - Gerlinde Krehn

Vorgehen

 

1. Ziele und Inhalte der Bibelwerkstatt

Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Menschen heute?
Welche Möglichkeiten gibt es, Brücken zu bauen, die den "garstigen Graben der Geschichte" überwinden und neue Zugänge zur Bibel öffnen?
Wie können Menschen aus alttestamentlichen Erzählungen Gewinn und Bereicherung für das eigene Leben schöpfen?

Die Bibelwerkstatt: "Abraham und Sara - auf dem Weg zur Mitte" will dazu beitragen, dass die Teilnehmenden
- einen Überblick über den Abrahamszyklus gewinnen,
- sich mit einzelnen Geschichten daraus intensiver beschäftigen und
- neue Zugänge zu biblischen Geschichten entdecken.

Die Bibelwerkstatt besteht aus drei Grundelementen:

1. Erinnerung an die Geschichten aus dem Abraham-Zyklus - Plenum (1. Stunde)
Die Teilnehmenden erinnern sich an Geschichten aus dem Abrahams-Zyklus. Sie erfahren etwas von Ort und Zeit der Erzählung und lernen die Hauptfiguren kennen.

2. Arbeit an Stationen zum Abrahamszyklus - Plenum, dann Einzel- bzw. Gruppenarbeit (2.-4.Stunde)
Die Teilnehmenden finden - vermittelt durch die Geschichte vom Löwenzahnsamen - ein Bild für ihre eigene aktuelle Lebenssituation.
Sie bringen anhand von selbst gewählten Arbeitsanregungen diese Lebenssituation in Zusammenhang mit einer Geschichte bzw. Geschichten aus dem Abraham-Zyklus und gewinnen von daher neue Zugänge.

3. Gemeinsame Vertiefung und Abschluss - Plenum (5./6. Stunde)
Die Teilnehmenden tragen die Geschichten aus dem Abrahamszyklus und eigene wichtige Erkenntnisse aus der zweiten Arbeitsphase zusammen und tauschen sich darüber aus.

Die Bibelwerkstatt ist konzipiert für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 5.

Der theoretische Hintergrund für diese Art des Umgangs mit biblischen Texten ist das Konzept des erfahrungsbezogenen Religionsunterrichts, in dem die Lebenswirklichkeit der Jungen und Mädchen mit den Erfahrungen, die sich in den biblischen Geschichten aussprechen, in Berührung gebracht werden.

 

2. Vorbereitung der Bibelwerkstatt - Schulunterricht

So gehen Sie vor, wenn Sie die Bibelwerkstatt in der Schule durchführen wollen:

a) Vorbereitung

Sie besorgen sich Fotos aus dem Zyklus "Löwenzahn":
Elmar Gruber: Bilder in mir. Symbolbetrachtungen. Don Bosco Verlag, München, Juni 1997, ISBN: 3769810090

Sie drucken die Fotos zu den sechs Stationen aus.
Sie kopieren
- die Arbeitsstationen und
- die Karten zu den einzelnen Abrahamsgeschichten (vgl. "4. Materialien für die Bibelwerkstatt")
Wenn möglich laminieren Sie die Materialien.

Sie bereiten das Material vor (vgl. "4. Materialien für die Bibelwerkstatt") bzw. eine Liste, was die Schüler/innen mitbringen sollen.

Sie bereiten die 1. Stunde zum Themenbereich "Abraham und Sara" vor als gemeinsame Einführung und Erinnerung an die Geschichten von Abraham und Sara, soweit sie bekannt sind.

b) Absprache mit den Schülerinnen und Schülern

Sie erläutern den Schülerinnen und Schülern, dass die nächsten Stunden etwas anders als gewöhnlich verlaufen werden, und fragen sie, ob sie Lust haben, etwas auszuprobieren.
Sie beschreiben den Schülerinnen und Schüler, wie die Arbeit an Stationen abläuft und zeigen ggf. eine Station als Beispiel. Sie stellen die Materialliste vor und klären, wer was mitbringen kann und wo man das Material eventuell lagern kann.

c) 1. Stunde

Sie führen die 1. Stunde zum Themenbereich "Abraham und Sara" durch. Sie erinnern die Schülerinnen und Schüler an das, was sie zu den nächsten Stunden mitbringen wollen. Sie erinnern ggf. daran, dass es vielleicht etwas ungewohnt weitergehen wird!

d) 2.-4. Stunde

Sie führen die 2. Stunde "Die Geschichte vom Löwenzahn" durch und schließen die Bearbeitung von selbst gewählten Stationen an.
Je nachdem, wie viel Zeit sie brauchen, können die Schülerinnen und Schüler 2 oder 3 Stationen bearbeiten.

e) 5./6. Stunde

Sie beenden die Einheit mit dem gemeinsamen Abschluss.

 

3. Verlauf der Bibelwerkstatt

1. Stunde zum Themenbereich "Abraham und Sara"

Die Bibelwerkstatt "Abraham und Sara - Auf dem Weg zur Mitte" beginnt mit einer gemeinsamen Einführung, einem Rückblick auf den Erzählzyklus.
Dabei bringen die Schülerinnen und Schüler die Geschichten ein, die sie schon kennen, erinnern sich wieder an Geschichten oder entdecken ihre Wissenslücken.

Vorgehen:

Die Lehrkraft beginnt mit einer Rahmenerzählung, in der auf den Abrahamszyklus zurückgeblickt wird. Erzählt werden könnte z.B. aus der Sicht der Sara, von ein oder zwei Hirtenkindern, von einem Esel aus Abrahams Herde, von dem Zelt von Abrahams Familie. Entsprechende Gegenstände unterstützen die Veranschaulichung.
Dabei wird das Setting geklärt: Wer sind die Hauptpersonen (Abraham, Sara, Hagar, Ismael, Isaak und Lot sollten genannt werden), der Ort (Nomadenzelt in Israel) - so vieles ist passiert in diesen Jahren!

"Könnt ihr die Geschichte weitererzählen? - Fällt euch noch mehr ein, was ... erlebt hat/haben? - So vieles ist passiert in den zurück liegenden Jahren ..."
Die Schülerinnen und Schüler sammeln, an was sie sich z. B. aus der Grundschule erinnern und wählen ein Symbol dafür bzw. schreiben eine Karte dazu.

Die Symbole/Karten werden zusammengetragen. Dabei erzählen die Schülerinnen und Schüler, was ihnen noch einfällt. So entsteht eine Sammlung von Erinnerungen, die sich um Abraham und seinen Stamm gruppieren. Vollständigkeit oder ein bestimmter Ablauf sind nicht nötig. Lücken und offene Fragen motivieren dazu, das Geschehen genauer kennen zu lernen.
Wenn möglich, bleibt die Sammlung z.B. als Bild oder Plakat in den Folgestunden in der Klasse, so lange in der Bibelwerkstatt gearbeitet wird.
Zum Abschluss der Einheit wird wieder darauf Bezug genommen, so dass ein Rahmen entsteht.

2. Stunde: Die Geschichte vom Löwenzahn - Einstieg in die Bibelwerkstatt

Das Arbeitsmaterial wird bereit gelegt.

Die Lehrkraft erzählt die Geschichte vom Löwenzahnsamen, der hinausfliegt in die Welt, dann wurzelt und neu wächst (vgl. "4. Materialien für die Bibelwerkstatt"), oder liest sie vor.

Vielleicht möchten Sie die Einheit mit älteren Jugendlichen durchführen und befürchten, dass die Geschichte als "zu kindlich" empfunden wird. Dazu Folgendes:
- Die Erzählung ist nicht "ausgedacht", sondern beschreibt existenzielle Situationen. In der Erprobung haben wir festgestellt, dass sowohl Jugendliche wie Erwachsene dies erkennen und die Geschichte deshalb annehmen.
- Sehr oft hilft eine kurze Vorrede wie z. B. "Ich erzähle euch nun eine Geschichte. Vielleicht klingt sie für eure Ohren an einzelnen Stellen etwas kindlich. Aber lasst euch nicht täuschen: Ihr werdet merken, dass sie von ganz wichtigen Erfahrungen erzählt, die alle Menschen in ihrem Leben machen."
- Gehen Sie ruhig kreativ mit der Geschichte um und erzählen Sie sie so, dass sie für Ihre Jungen und Mädchen passt. Beobachten Sie beim Erzählen den Gesichtsausdruck der Hörenden und passen Sie die Geschichte entsprechend an.

Zu jedem Abschnitt der Geschichte wird das entsprechende Bild ausgelegt.
Anhand der Bilder ordnen sich die Schülerinnen und Schüler zu:
Welches Bild spricht mich gerade besonders an? (vgl. "4. Materialien für die Bibelwerkstatt")
So findet eine emotionale Zuordnung zu den einzelnen Themen des Abrahamszyklus statt.

Arbeitsphase: Die Schülerinnen und Schüler betrachten die zu ihrem Thema angebotenen Stationen, wählen eine aus und bearbeiten sie, allein oder in der Kleingruppe. Die Ergebnisse werden im Heft festgehalten bzw. die Schülerinnen und Schüler finden andere Formen der Gestaltung.

3./4. Stunde: Bibelwerkstatt

Gemeinsamer Beginn: Was habe ich mir für heute vorgenommen? Was möchte ich entdecken?

Arbeitsphase: Die Schülerinnen und Schüler wählen ein bis zwei weitere Stationen und bearbeiten sie.
Wenn sich mehrere für eine Station interessieren, lesen sie gemeinsam die Arbeitsanregungen und entscheiden, ob sie allein oder in der Gruppe arbeiten wollen. Generell können die Schülerinnen und Schüler die Sozialform selbst wählen.
Ihre Ergebnisse halten sie in geeigneter Form fest, gerne im Heft - vielleicht in Form eines Reise-Tagebuches.

Gemeinsamer Abschluss: In der Mitte liegen die aufgeschlagenen Hefte, Arbeitsergebnisse, ... Die Schülerinnen und Schüler berichten: "Ich habe heute entdeckt ..." - So eine Runde kann Lust machen, das nächste Mal auch an einer Station zu arbeiten, die andere inspiriert hat. - Achtung: nur kurz berichten - es muss nicht alles allen vorgestellt werden!

Besonders geeignet für diese Art von Arbeit sind Doppelstunden. Bei 45-Minuten-Stunden empfiehlt sich ein kurzer, gemeinsamer Beginn, z. B. Lied und Rückfrage, ob alle wissen, was sie in dieser Stunde machen werden. Die Lehrkraft kann anschließend ggf. unterstützen bei der Wahl der neuen Arbeitsaufgabe.
Gemeinsamer Abschluss: vgl. ggf. oben

5./6. Stunde: Gemeinsamer Abschluss

"Du hast über die Erlebnisse von Abraham, Sara ... nachgedacht. Gibt es etwas, was für dich bei deiner Arbeit in den letzten Stunden besonders wichtig war?"
Schülerinnen und Schüler wählen dafür ein Symbol oder schreiben/zeichnen einen Begriff/ein Bild dazu auf eine Karte. Vielleicht finden sie auch ein Thema in ihrem "Reise-Tagebuch" oder bei ihren Arbeitsergebnissen.

Die Lehrkraft legt Schritt für die Schritt Karten zu den acht Geschichten aus (vgl. "4. Materialien für die Bibelwerkstatt"). Die Schülerinnen und Schüler tragen jeweils den Inhalt des Geschehens zusammen und legen ihr Symbol, ihre Karte oder ihr Arbeitsergebnis dazu, wenn ihnen in diesem Zusammenhang etwas besonders wichtig war.

Es entsteht ein Gesamtbild vom Weg des Abraham und der beteiligten Personen, das verbunden ist mit den Erfahrungen und Erkenntnissen der Schülerinnen und Schüler.

Zum Abschluss wird das Labyrinth betrachtet. Welcher Zusammenhang könnte zu den Erfahrungen der Hauptfiguren bestehen? Das Gedicht vom Labyrinth kann zusätzlich gemeinsam gelesen und besprochen werden.

Weiterführung: Das Labyrinth wird gezeichnet und das Gedicht dazu aufgeschrieben:

Wer ein Labyrinth begeht,
weiß selten, wo sein Fuß grad steht.
Doch wie auch greifen aus die Schritte,
stets kreisen sie um eine Mitte.
Wer dorthin kommt, der findet sich
und ist vereint mit Gott und sich.

Fotos aus unserer Abschlussrunde (Laurentius-Realschule, Neuendettelsau):

 

4. Materialien für die Bibelwerkstatt

4.1 Materialliste

Bibeln
Gesangbücher
Arbeitsvorschläge für die Stationen, am besten laminiert

zum Schreiben, Gestalten etc.:
Papier, Buntpapier, leichter Karton, Pappe, ... in verschiedenen Farben
Farbstifte, Wachsmalkreiden usw.
Schere
Lineal
Klebstoff, Tesa, ggf. Tacker, ...
Schnur, Bänder, ggf. Stoffreste, ...
ggf. sonstige Natur- und Bastelmaterialien

Materialien, die für bestimmte Stationen benötigt werden:
I 2, I 3 Bibel
III 3, IV 2, V 2 Klang gebende Gegenstände, ggf. Orff-Instrumente
III 1 Bild Labyrinth (vgl. Titelbild)
III 4 Namenslexikon: Erläuterung von Vornamen,
ggf. auch Nachnamen
IV 2, IV 4 Gesangbuch
VI 3 Schnur

4.2 Die Geschichte vom Löwenzahn

Vor der Schule, an der Ecke, wo Annette und Christian immer abbogen zu den Fahrradständern, wuchs ein Löwenzahn.

Er hatte dunkelgrüne, gezackte Blätter und milchige, zartgrüne Stängel. An der Spitze wuchsen kleine Knospen, die waren noch fest verschlossen, wie Knöpfe. Es waren warme Tage. Während Annette und Christian mit allen anderen in der Schule lernten, schien die Sonne. Die Knospen wurden langsam immer größer. Da schimmerte schon das Gelb der Blütenblätter hervor, und am nächsten Tag öffnete sich die Blüte. Die Sonne am Himmel guckte auf eine kleine Sonne auf der Erde herab, leuchtend gelb und strahlend.

"Pusteblumen!", sagten die Erstklässer, als Annette und Christian ein paar Tage später ihre Räder wieder vorbei schoben.

Ja, aus der gelben Blütenpracht, war eine zarte, flaumige Silberkugel geworden. Tausende von Löwenzahnsamen saßen beieinander und warteten. Sie warteten auf etwas Neues. Sie wussten nicht genau, worauf sie warteten, aber es musste etwas ganz anderes, etwas Wichtigeres sein, als auf einem Blütenstand zu sitzen.

Station I "Offen für das Leben"
(Sehnsucht nach etwas Anderem, neugierig sein auf das Leben, die Zukunft)
- Berufung (1 Mose 12, 1-5)
- Wunsch nach einem Kind (1. Mose 15,1-5)
- Hagars Sehnsucht nach einem eigenen Ort (1.Mose 21,8-22)
- Abraham und Lot (1. Mose 13,5-12

Und dann kam das Neue, ein wenig anders als sie sich das vorstellen konnten. Eine Windböe sauste über den Schulhof hinweg und hui ... alle die flaumigen Samen flogen in die Weite, jeder für sich mit seinem Fallschirmchen. Ha, das war schön! So durch die Luft zu segeln, vom Wind getragen zu werden und gespannt zu sein, wohin die Reise wohl gehen würde.

Station II "Zukunft wagen - Aufbrechen"
- Aufbruch (1 Mose 12,4-6)
- Abraham und Lot (1 Mose 13,5-12)
- Hagars Flucht (1 Mose 16,1-15)

Und der Wind trug die Schirmchen hin und her, dahin und dorthin.
Sie schwebten über Häuser und Bäume. Da kam ein bunter Schmetterling vorbei: "Fliegt weiter, fliegt weiter, Fliegen ist schön!"
Eine Biene summte: "Vergiss nicht, Honig zu sammeln!", und eine dicke Hummel brummte: "Da hinten, da hinten sind die schönsten Blumen!"

So flogen die kleinen Samen, vom Wind getragen, weit über die Städte und Felder. Tief drinnen jedoch wussten sie, dass sie eigene Wege vor sich hatten. Und schließlich wurden sie vom Wind von einander getrennt und in verschiedene Richtungen getragen. "Auf Wiedersehen, Brüder und Schwestern! Viel Glück auf eurer Reise!"

Ein kleiner Same wurde langsam müde. Es war aufregend und schön gewesen - aber nun sehnte er sich nach einem festen Ort, einem Ort zum Ausruhen. Da ließ ihn der Wind auch los und er schwebte zu Boden in einem Garten. Nun fand er Ruhe und konnte sich von der Erde tragen lassen.

Station III "Auf dem Weg zur mir selbst"
(sich als Individuum wahrnehmen, die eigene Identität in den Blick nehmen, Sehnsucht nach dem eigenen "Ort", nach Frieden, Ruhe, nach Erfüllung)
- Abraham und Sara brechen auf (1. Mose12,1-5)
- Neue Namen für Abraham und Sara (1 Mose 17)
- Sara lacht (1. Mose 18,1-14)
- Hagar wird weggeschickt (1. Mose 21,8-22)

Inzwischen war es Herbst geworden. Es wurde nass und kalt. Der kleine Samen ruhte immer noch auf der Erde. Nun war er ganz allein, seine Brüder und Schwestern waren alle in andere Richtungen geschwebt. Und was sollte jetzt geschehen? Er wartete und wartete - und wusste nicht auf was. Traurig fühlte er sich und einsam. Manchmal dachte er an seine große Reise zurück. Das war schön gewesen! Aber was nun?

Station IV "Sehnsucht spüren - ermutigt werden"
(Einsamkeit, Trauer und Zweifel - Zusage, Vertrauen, Ermutigung, Begleitung spüren)
- Abraham und Sara brechen auf (1. Mose 12,1-6
- Abraham unter dem Sternenhimmel (1 Mose 15,1-6)
- Abrahams und Saras größter Wunsch (1. Mose 17, 6 - 8; 16)
- Ismael und Hagar in der Wüste (1 Mose 21,8-21)

Da geschah etwas ganz Sonderbares: Er veränderte sich! Das kleine Samenkorn wurde in der Feuchtigkeit größer, es keimte! Feine Wurzeln siedelten sich im Erdreich an. Ein kleiner grüner Spross wuchs nach oben und guckte in den Himmel. "Ich!", staunte der kleine Same, der gar kein Same mehr war!

Station V Hoffnung wagen - Vertrauen finden
(die eigene Identität wahrnehmen - den eigenen Weg finden)
- Neue Namen für Abraham und Sara, Bund mit Gott (1 Mose 17)
- Isaaks Geburt (1 Mose 21, 1-7)
- Ismael und Hagar in der Wüste (1 Mose 21,8-21)

Es war im darauf folgenden Jahr, im Frühjahr. Christian war bei Annette zu Besuch. Sie übten gemeinsam für die Prüfung. Mathe. Da schaute Christian aus dem Fenster. "Schau mal", sagte er, "Annette, da blüht ja ein großer gelber Löwenzahn vor deinem Fenster! - Eigentlich sehen die richtig schön aus!"

Station VI Sich freuen - das Leben feiern
- Isaaks Geburt (1 Mose 21, 1-6)
- Abraham baut Gott einen Altar (1 Mose 12,1-9)
- Abraham und Sara blicken auf ihr Leben zurück

 

4.3 Karten zu den Geschichten (5./6. Stunde)

Die acht Angaben unten werden jeweils als Karten auf DIN A4 Querformat vergrößert.

  • Abraham, Sara und Lot brechen auf
    1. Mose 12,1-5

  • Ein Altar für Gott
    1. Mose 12,7

  • Immer wieder Streit …Abraham und Lot
    1. Mose 13,5-12

  • Hagar hält es nicht mehr aus ...
    1. Mose 16,1-15

  • Der Bund mit Gott: Neue Namen und ein festes Versprechen
    1. Mose 17,1-22

  • Sara lacht: Isaak wird geboren
    1. Mose 18,1-14; 21,1-7

  • Ende und Neuanfang: Hagar und Ismael in der Wüste
    1. Mose 21,8-21

  • Ein langer Weg - ein Weg zur Mitte

Arbeitsanregungen zu den sechs Stationen

 

Jede Station umfasst 3-4 Arbeitsanregungen auf jeweils einer Seite. (pdf-Format)

Station I Offen für das Leben
Station II Zukunft wagen - aufbrechen
Station III Auf dem Weg zu mir selbst
Station IV Sehnsucht spüren - ermutigt werden
Station V Hoffnung wagen - Vertrauen finden
Station VI Sich freuen - das Leben feiern

Beispiel: Arbeitsanregung zu Station II Zukunft wagen - aufbrechen

Hagar und Ismael - allein in der Wüste
1. Mose 21,8-21

Beinahe wäre alles aus gewesen.
In die Wüste geschickt - einfach so.
Jetzt, wo Isaak geboren ist, der Sohn von Abraham und Sara,
jetzt sind Ismael und seine Mutter Hagar nicht mehr wichtig.
Aber Ismael ist doch auch Abrahams Sohn!

Das bisschen Brot und Wasser, das Abraham ihnen mitgebracht hatte, ist schnell aufgebraucht.
Sie haben Hunger - und Durst.
In der Wüste verdurstet man schnell, und Wasser ist nicht in Sicht.

Aber plötzlich ist da jemand, der ihnen die Augen öffnet:
"Hagar, fürchte dich nicht. Gott hört euch.
Hier ist Wasser für euch - ein Brunnen.
Und das ist eure Weg, eure Zukunft:
Gott will, dass ihr lebt. Gottes Segen ist auch für Ismael da.
Ismael wird in der Wüste leben und ein Bogenschütze sein, ein großer Jäger."

Hagar und Ismael sind von Gott gesegnet.
Ihr Leben liegt vor ihnen.
Nicht mehr: Abrahams Nebenfrau und Adoptivsohn.
Sondern: ein neues Leben - anders, in Freiheit, selbst gestaltet.
Ismael wird selbst Stammvater der Wüstenstämme werden.
Gottes Bote verspricht es ihnen.

 

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"It's my life
It's now or never
I ain't gonna live forever
I just want to live while I'm alive
It's my life"

heißt ein bekanntes Lied von Jon Bon Jovi.

Vielleicht hast du Lust, das Lied weiterzudichten oder umzudichten...?

 

Fortbildungen

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