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5.5 Meine neue Unterrichtsgruppe - meine neue Klasse

Lehrplan

 

EvR 5.5 Meine neue Unterrichtsgruppe, meine neue Klasse [vgl. KR 5.1] [GZ]

Im Umgang miteinander erkennen die Jungen und Mädchen Fähigkeiten und Grenzen bei sich und anderen sowie das Bewusstsein für Sympathie und Antipathie. Die Regeln und Normen, die sie für ein gutes Miteinander brauchen, vereinbaren sie gemeinsam. Dabei erkennen sie die Bedeutung biblischer Perspektiven für das Zusammenleben. Sie erleben, wie sie als Einzelne zum Gelingen von gemeinsamen Vorhaben beitragen können, dabei werden Teamfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung gefördert.
Fächerverbindende Unterrichtsvorhaben bieten sich an.

Wir sind uns in manchem ähnlich und in vielem unterschiedlich

  • Freude an der Vielfalt, Bereicherung durch Verschiedenheit in unserer Gruppe
  • Toleranz und Respekt vor einander als Grundlage für eine gute Gemeinschaft: 1. Mose 1,27, die Goldene Regel Matthäus 7, evtl. Apostelgeschichte 4,32-35

Ein gutes Zusammenleben gestalten

  • einander zuhören und aufeinander eingehen
  • Regeln für Gespräch und Umgang miteinander aufstellen
  • als Team zusammen arbeiten
  • überlegen, was wir von einander lernen können, wie wir uns mit unseren Stärken gegenseitig unterstützen können
  • gemeinsam Feiern gestalten, z.B. Geburtstage, kirchliche Feste

Vorschläge zur ganzheitlichen Unterrichtsgestaltung

  • ein Klassen-Gebetbuch zusammenstellen; gemeinsam darüber entscheiden, wann wer daraus vorträgt
  • "Klassenkunstwerk" gestalten aus Elementen, die für die einzelnen Mitglieder der Lerngruppe bzw. Klasse stehen

Grundwissen: Die Schüler kennen biblische Perspektiven für ein gutes Zusammenleben. Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und ein Bewusstsein für die Klassengemeinschaft bilden sich aus.

vgl. auch:
Lehrplan HS: EvR 5.1 - RK 5.1
Lehrplan EvR GYM: teilw. 5.5; 6.1

Stundenübersicht: Mögliche Gliederung

 

vgl. auch
Verbindliche fächerverbindende Unterrichtsvorhaben für die 5. Jahrgangsstufe: "Neue Gemeinschaft"

1. Stunde: Wer bin ich - wer bist du?

LZ/Inhalte:

  • gegenseitiges Kennenlernen

Ideen zur Durchführung:

  • Kennenlernspiele, Ich-Bilder malen und sich in der Zweiergruppe vorstellen, von Wünschen, Hobbys usw. erzählen
    vgl. "In meiner Klasse geht's mir gut!", Teil I
  • ggf. gemeinsam oder in Absprache mit der Klassleitung

2. Stunde: Darin bin ich stark!

LZ/Inhalte:

  • eigene Fähigkeiten und die Fähigkeiten der anderen in der Lerngruppe wahrnehmen

Ideen zur Durchführung:

  • Namensspiel zur Wiederholung
  • Was macht mir besonders Spaß - was kann ich besonders gut? Jede/r bringt einen Gegenstand von zu Hause mit, verpackt in Zeitungspapier. Die Päckchen werden in einem Sack gesammelt, einzeln herausgezogen, ausgepackt und geraten: Welche besondere Fähigkeit steckt wohl dahinter? Wer hat sie? Vor der Klasse entsteht ein buntes Bild der verschiedenen Begabungen.
    Genaueres vgl. "In meiner Klasse geht's mir gut!", Teil I
  • alternativ: Blütenblätter gestalten: Das kann ich gut - das macht mir Spaß - diese Musik höre ich gerne!
    Die Blütenblätter werden eingesammelt und vorgelesen. Wer rät, von wem das Blatt stammt? Diese Person darf das nächste Blatt vorlesen.
    Aus den Blütenblättern entsteht schließlich eine Blume, die die Klasse darstellt.
  • Alternativen: vgl. "In meiner Klasse geht's mir gut!", Teil I

3. Stunde: Unsere Fähigkeiten wirken zusammen

LZ/Inhalte:

  • zu positiven Zusammenwirken der Fähigkeiten motiviert werden - dazu 1. Kor 12,27

Ideen zur Durchführung:

  • aus den Gegenständen der Vorstunde einen großen Kreis gestalten
  • erzählen, wie die verschiedenen Glieder eines Leibes dazu beitragen, dass wir Menschen leben und etwas erleben und schaffen können (ins Positive gewendete Darstellung von 1. Kor 12,14-26)
  • Beispiel für die Erzählung:
    Es war einmal eine Frau, die hatte einen ganz seltsamen Traum ... Ihr Auge fing plötzlich an zu sprechen: "Ich bin das beste und wichtigste Körperteil. Ohne mich könntest du nichts sehen, z.B. auf der Straße! Du könntest dich nicht an schönen Sachen freuen, einem Sonnenuntergang oder schönen Farben!" Da fing der Mund an zu schimpfen ... Und die Hände meldeten sich zu Wort: ... Und dann die Ohren ... und Füße! Immer lauter wurde es, Streiten und Schreien - die Frau dachte, sie wird verrückt! Sie wachte auf, schaute an sich herunter und sagte ganz laut: ...
    Ja, was sagte sie wohl? Überleg gemeinsam mit deiner Nachbarin und formuliert einen Satz!
    - Arbeitsblatt mit Kurzfassung des Bibeltextes:
    "Der Körper des Menschen besteht aus vielen Teilen.
    Alle diese Teile gehören zusammen und bilden gemeinsam den Menschen.
    Wie könnten wir hören, wenn wir nur Augen hätten?
    Wie könnten wir riechen, wenn wir nur Ohren hätten?
    Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht!
    Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht!
    Alle Teile des Körpers sind wichtig.
    Gott hat unseren Körper zu einem Ganzen zusammengefügt.
    Er wollte, dass es keine Uneinigkeit gibt,
    sondern dass jeder zum Ganzen beiträgt
    und sich um den anderen kümmert."
    So schreibt Paulus in seinem Brief an die Korinther.
    Kap. 12, 14 - 27
    Er wollte den Christen in Korinth damit sagen: ...
    S formulieren wieder in Partnerarbeit drei Sätze.
  • Ankündigung: Abschluss der Einheit ist ein gemeinsames Frühstück in der Klasse (o. Ä.)! - Wie sollen wir es feiern, was kann/will jede/r beitragen?

4./5. Stunde: Lauter bunte Mäuse!

LZ/Inhalte:

  • gemeinsam über verschieden Verhaltensweisen und Reaktionen in der Klassengruppe nachdenken
  • verschiedene Lösungswege wahrnehmen
  • eigene Lösungswege finden
  • Freude an der Vielfalt finden

Ideen zur Durchführung:

6.-8. Stunde: Unsere Klassenregeln

LZ/Inhalte:

  • über Konfliktsituationen nachdenken und Wünsche für das Miteinander in der Klasse formulieren
  • gemeinsam Klassenregeln entwickeln und beschließen
  • die goldene Regel Matthäus 7,12 als Zusammenfassung aller Regeln wahrnehmen

Ideen zur Durchführung:

  • erinnern an das Spiel "Lauter bunte Mäuse": Es gibt oft verschiedene Wege, mit etwas umzugehen - du kannst so oder so handeln!
    Wann geht es dir nicht gut in einer Klasse? Wann geht es dir gut?
  • erzählen von Jesus und den Jüngern - Jesus gibt Matthäus 7,12 als Richtschnur für das Verhalten
  • Damit es uns gemeinsam gut geht in der Klasse: Klassenregeln formulieren, gemeinsam beschließen und unterschreiben (vgl. "In meiner Klasse geht's mir gut!", Teil II)
  • Wie Gemeinschaft entstehen kann: "Die Geschichte von Aaron" erzählen (Speisung der 5000, Matthäus 14, 13-20) (pdf-Datei)

9. Stunde: Planung einer gemeinsamen Feier

LZ/Inhalte:

  • Erfahrungen sammeln damit, etwas in der Gruppe zu planen
  • beitragen zu einem Gemeinschaftserlebnis

Ideen zur Durchführung:

  • Idee finden, z. B. gemeinsames Frühstück o.Ä., und gemeinsam planen: Was willst du beitragen? Wer will dir dabei helfen? Wer hat noch eine Idee dazu?
  • Vorgaben:
    Wir üben in dieser Stunde, besonders freundlich und höflich zu sein: Den Anderen zuerst anbieten, bitte und danke sagen, ...
    In Gruppen bereiten wir das Frühstück vor: Dekoration, Getränke, Essen, Geschirr, Unterhaltung, ...
    Viele kommen mit dem Bus, da können wir nicht viel transportieren - wie kommen wir ohne viel Aufwand zurecht?
    Wir sammeln dafür kein Geld ein - jede/r bringt mit, was er/sie kann!
    Bei der Planung bedenken: Eine Schulstundie ist nicht viel Zeit! Wie soll die Stunde verlaufen? Wer hilft mit, die Tische und Stühle weg zu räumen? Wer räumt hinterher mit auf und macht sauber?

10. Stunde: Gemeinsame Feier - viel Vergnügen!

Nathalie Minner, Doris Kneidl, Ebermannstadt;
Ergänzungen: Julia Born

Weitere Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung

 

Grobziel I Die Schüler sollen für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Mitschüler sensibilisiert werden.
Stundenziele
  • Die Schüler sollen entdecken, was Gleichaltrige verbindet.
  • Die Schüler sollen einen Einblick in die Vielfalt innerhalb der Gruppe bekommen.
  • Die Schüler sollen die Vielfalt in der Lebensführung kennen lernen.
Inhalte
  • gemeinsame Interessen, Hobbys, Talente
  • Essgewohnheiten
Grobziel II Die Schüler sollen Toleranz und Respekt als Grundlage für Gemeinschaft entwickeln.
Stundenziele
  • Die Schüler sollen einen Einblick gewinnen, wie Jesus mit Schwächeren umgeht.
  • Die Schüler sollen in der Begegnung mit christlich engagierten Menschen Beispiele für die Nachfolge Jesu kennen lernen.
  • Die Schüler sollen zum eigenen Tun ermutigt werden, z.B. Rücksichtnahme im Alltag üben.
Inhalte
  • Mt 25, Joh 5 / 8
Grobziel III Die Schüler sollen Einsicht gewinnen, dass gelingendes Zusammenleben vom Mit- und Füreinander abhängt.
Stundenziele
  • Die Schüler sollen am Beispiel verschiedener Bräuche erkennen, dass es in der heutigen pluralistischen Gesellschaft Gemeinsamkeiten gibt.
  • Die Schüler sollen verstehen, dass man zusammen mehr erreichen kann als alleine.
  • Die Schüler sollen zusammen einen Gottesdienst als Ausdruck des Miteinanders gestalten.
Inhalte
  • Advent und Chanukka, Fasten (Ramadan, Passionszeit, buddhistische Askese, jüdisches Fasten) oder Umgang mit Besuch => wir als Gäste Gottes in der Kirche (Lk 14,17)
  • "Einer für alle, alle für einen" (Lk 5,17ff)
  • Mt 18,20; evtl. mit Angehörigen anderer Religionsgruppen Gebetsstunde gestalten

Heidemarie Hantschel, Realschule Nürnberg Eibach, Juni 2001

Unterrichtshilfen, Medien, Links

 

Unterrichtshilfen

  • Modell zum Schuljahresbeginn für die Eingangsklasse: Kennen lernen und Klassenregeln beschließen - für zwei halbe Tage in fächerübergreifender Zusammenarbeit!

  • Dasein/Lehrerhandbuch zu Dasein: Jahrgang 5, Kap. 1

  • Didaktischer Kommentar, RPZ Heilsbronn: Medienbegleitheft 5

  • Arbeitshilfen zum Lehrplan Katholische Religionslehre an der Hauptschule, Katholisches Schulkommissariat: Jahrgang 5/1

  • Materialien für den RU an Gymnasien für den 5. Jg., Katholisches Schulkommissariat: Miteinander leben, lernen und den Glauben entdecken

  • "Themenfolgen" der Gymnasialpädagogische Materialstelle: Themenfolge 116

  • "Persönlichkeit stärken. Persönlichkeitsstärkung in der Unterstufe. Lebenskompetenztraining im Schullandheim. Materialien zur Erziehung, Baustein 5 ", ISB München 2000. Ressourcenorientierter Life Skills-Ansatz mit Programmvorschlägen zur Gestaltung einer Schullandheimwoche, erstellt von einem Arbeitskreis unter Mitwirkung von S. Cygan-Guglhör und Klaus Thum.
    Bezug: ISB

Medien

Über 3.500 Medien für die Arbeit in Schule und Gemeinde finden Sie in der EMZ (Evangelische Medienzentrale Bayern).
E-Mail: info[a]emzbayern.de, Internet: www.emzbayern.de

Links

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