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9.2 Glauben hat viele Gesichter

Lehrplan

 

EvR 9.2 Glauben hat viele Gesichter [vgl. KR 9.1]

Die Heranwachsenden nehmen die Vielfalt christlicher Glaubenspraxis wahr, die Raum für ganz unterschiedliche Schwerpunkte bietet. Sie erkennen, dass der Wunsch, sich dem Transzendenten anzunähern, auch andere Sinnangebote entstehen lässt, und setzen sich mit Beispielen problematischer Religiosität auseinander. Die Beschäftigung mit okkultistischem Gedankengut sollte - wenn überhaupt - mit größter Umsicht erfolgen.

Christlicher Glaube begegnet in verschiedener Gestalt:
z.B. Mönchtum, Orthodoxie, Pietismus, christliche Gemeinschaften im Ökumenischen Rat, ggf. am Beispiel von Lebensbildern herausragender Frauen oder Männer

Auf der Suche nach Transzendenz: religiöse Gemeinschaften außerhalb der Kirchen, insbesondere vor Ort; Esoterik; ggf. Okkultismus

Kritische Auseinandersetzung mit solchen Sinnangeboten

Vorschläge zur ganzheitlichen Unterrichtsgestaltung

  • eine christliche Gemeinschaft der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, z. B. die Heilsarmee, oder eine klösterliche Lebensgemeinschaft erkunden
  • Formen gemeinschaftlicher christlicher Spiritualität erkunden: "Bibel teilen" - einem Bibeltext in der Gemeinschaft der Lerngruppe nachspüren und für seinen geistlichen Reichtum offen werden, gemeinsam Stille üben, Agape-Feier, Vokale singen, ggf. auch in der Kirche
  • einen Jugendgottesdienst oder eine Osternachtfeier erleben o. Ä.

Grundwissen: Die Jugendlichen wissen von der Vielfalt christlicher Glaubenspraxis. Sie sind in der Lage, sich kritisch mit problematischen Sinnangeboten auseinander zu setzen.

vgl. auch:
Lehrplan HS: EvR 10.6

Stundenübersicht: Mögliche Gliederung

 

Fächerverbindende Zusammenarbeit: Eth 9.4 Religiosität und neureligiöse Bewegungen

1. Stunde: Hinführung

LZ/Inhalte:

  • biographischer Rückblick

Ideen zur Durchführung:

  • Gestaltung in Wort und/oder Bild: "So war es damals..." - Als mir Kirche/Gemeinde/Gott zum ersten Mal begegnet sind
  • Austausch in der Kleingruppe
  • Weiterführung: Was möchte ich mir davon in mein künftiges Leben mitnehmen? Was nicht? - Warum? Was würde ich an meine Kinder weitergeben? Was nicht? Warum?
  • Auswertung - Klassengespräch: Etwas, das ich mitnehmen/weitergeben will; etwas, das ich zurücklassen will - jeweils Symbole dafür auf eine Karte zeichnen, vorstellen und auf ein Plakat aufkleben bzw. zerreißen und wegwerfen

2. Stunde: Ein Blick ins Weite

LZ/Inhalte:

  • Vielfalt christlicher Glaubenspraxis

Ideen zur Durchführung:

  • christliche Gemeinschaften im Ökumenischen Rat der Kirchen (Internet: www.oikoumene.org) - in Auswahl auf Folienschnipseln: Was haben all diese Religionsgemeinschaften gemeinsam?
  • Wer etwas von einer der Religionsgemeinschaften weiß, darf das entsprechende Folienstück nehmen und die Information an die Klasse weiter geben
  • Feststellung: Unsere Glaubensvorstellungen und Traditionen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer großen, interessanten Vielfalt von christlichen Gemeinschaften, von denen wir gar nicht so viel wissen. Wir wollen einige näher kennen lernen: Vielleicht entdecken wir gute Anregungen, vielleicht lernen wir dadurch auch unsere eigenen Traditionen schätzen.
  • Gruppen bilden (4-5 Personen), die Informationen über eine Religionsgemeinschaft einholen und dazu ein Plakat gestalten. Leitfragen: "Steckbrief" der Religionsgemeinschaft (Gründer, Gründungsdatum, Verbreitung); Glaubensgrundsätze bzw. Besonderheiten

3./4. Stunde: Gruppenarbeit

LZ/Inhalte:

  • sich mit einer Religionsgemeinschaft näher beschäftigen

Ideen zur Durchführung:

  • Informationsbeschaffung und -auswahl (Bibliothek, Internet, Kirche, ...)
  • Gestaltung des Plakates

5. Stunde: Ausstellung - Christinnen und Christen sind ganz unterschiedlich

LZ/Inhalte:

  • Sichten der Ergebnisse, Auswertung der Gruppenarbeit

Ideen zur Durchführung:

  • Die kleine Ausstellung wird betrachtet, jede Gruppe hat (wechselnde) Ansprechpartner/innen bestimmt, die für Fragen zur Verfügung stehen.
  • Auswertung - Klassengespräch: Das hat mit an der Glaubensgemeinschaft gefallen / das sehe ich kritisch... - Warum?

6. Stunde: Auch vor Ort gibt es Christinnen und Christen, die anders sind - Exkursion oder Erkundung

LZ/Inhalte:

  • Begegnung mit Formen christlicher Religiosität vor Ort

Ideen zur Durchführung:

  • Exkursion: Besuch eines Klosters, einer kirchlichen Einrichtung oder von Menschen, die bewusst eine christliche Lebensführung anstreben und Begegnung mit gelebter Spiritualität
  • Alternativ: selbständige Erkundung einer solchen Einrichtung, Besuch eines besonders gestalteten Gottesdienstes, Führen von Interviews ... als "Hausaufgabe" mit entsprechender Vorbereitung von Beobachtungsaufgaben / Fragen im Unterricht
  • Alternativ: Einladung eines/r Angehörigen einer der im ökumenischen Rat vertretenen Kirchen in den Unterricht, z.B. einer klösterlichen Lebensgemeinschaft, der Heilsarmee, ... - Vorstellung der Person, der Glaubenspraxis, Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede

7. Stunde: Vom anderen lernen

LZ/Inhalte:

  • ungewohnte christliche Glaubensformen erproben und als Bereicherung wahrnehmen

Ideen zur Durchführung:

  • Formen gemeinschaftlicher christlicher Spiritualität erkunden: "Bibel teilen" - einem Bibeltext in der Gemeinschaft der Lerngruppe nachspüren und für seinen geistlichen Reichtum offen werden, gemeinsam Stille üben, Agape-Feier, Vokale singen, ggf. auch in der Kirche

8./9. Stunde: Positives wahrnehmen, aber auch den kritischen Blick wahren

LZ/Inhalte:

  • Beschäftigung mit problematischen Sinnangeboten

Ideen zur Durchführung:

  • Film über eine (neue) religiöse Sondergemeinschaft bzw. Psychogruppe (Vorschlag: Scientology)
  • Gespräch: Information über die Gruppe; allgemeine Merkmale von solchen Kulten; damit verbundene Gefahren; Situationen, in denen Menschen besonders empfänglich sind für solche Gruppierungen; ...

10. Stunde: Was wir uns mitnehmen

LZ/Inhalte:

  • Erkenntnisse umsetzen: den Schlussgottesdienst (mit-)gestalten

Ideen zur Durchführung:

  • Blick auf den kommenden Schlussgottesdienst: Wir haben viel darüber erfahren, wie Christinnen und Christen ihren Glauben leben. Was wollen wir uns davon mitnehmen für den kommenden Sclussgottesdienst?
  • Wünsche und Ideen für den Schlussgottesdienst sammeln und an das Vorbereitungsteam weitergeben, ggf. auch - in Weiterführung - den Gottesdienst am Schuljahresende gemeinsam vorbereiten

Unterrichtshilfen, Medien, Links

 

Unterrichtshilfen

  • Didaktischer Kommentar, RPZ Heilsbronn: H 10, 10.6

  • Arbeitshilfen zum Lehrplan Katholische Religionslehre an der Hauptschule, Katholisches Schulkommissariat: 10/2 "Als Christ leben - vielfältige Ausdrucksformen"

  • "Themenfolgen" der Gymnasialpädagogische Materialstelle: Handreichung zum Lehrplan der 9. Jgst. Heft 1: Pietismus - mit Schülermaterial, Bestellnr. T 119

Medien

Über 3.500 Medien für die Arbeit in Schule und Gemeinde finden Sie in der EMZ (Evangelische Medienzentrale Bayern).
E-Mail: info[a]emzbayern.de, Internet: www.emzbayern.de

Links

"Unser Gelübde heißt: weniger Freizeit" - 28 Jungen proben im Internat des Maristen-Ordens von Mindelheim ein Jahr lang das Leben als Mönch. Bericht aus den Nürnberger Nachrichten vom 07.04.04 - mehr ...

Universelles Leben ist eine Psychogruppe im nordbayerischen Raum, die wirtschaftlich sehr aktiv ist, berichten die Nürnberger Nachrichten, mehr ... und weiter..

mehr Material unter www.rpi-virtuell.de - Suchbegriff in die Datenbank eingeben!

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