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"Heimat ist da, wo ich verstanden werde" - Russlanddeutsche unter uns
Unterrichtsentwurf in Evangelischer Religionslehre für 8./9. Klasse Haupt-/ Mittelschule, Realschule und Berufsschule
von Marion Abendroth
Zum Verstehen der eigenen Identität gehört das Bewusstsein von der eigenen Verwurzelung, Geschichte und Tradition. Die Vorstellung von „Heimat“ ist für heutige Menschen mehrdeutig, facettenreich und kann für jeden und jede einen anderen Schwerpunkt haben.
Der Unterrichtsentwurf soll bei den Schülern und Schülerinnen das Bewusstsein fördern, was für die eigene Identität – und die des anderen, der z.B. einen Migrationshintergrund hat, von Bedeutung ist. Und dass Heimat da ist, wo Menschen einander verstehen.
1. Was ist Heimat?
Kompetenzen, die die SchülerInnen bei dieser Unterrichtseinheit erwerben können:
Die SchülerInnen sind fähig, die Relevanz von Herkunft, besonders die der eigenen Familie für ihre eigene Identität zu beschreiben und darzulegen. Die SchülerInnen nehmen das Thema der Heimat in seinen unterschiedlichsten Konnotationen wahr und bringen diese Mehrdeutigkeit miteinander ins Gespräch. Sie positionieren sich argumentativ und differenziert.
| M 1 | Mein Stammbaum | |
| M 2 | Was ist für mich Heimat? | |
| M 3 | Was ist mir heilig? |
2. Was bedeutet Heimat für MitschülerInnen mit Migrationshintergrund?
Inwiefern ähnelt oder unterscheidet sich der Lebensweg/ die Herkunft eines in Deutschland geborenen Schülers von der Lebensgeschichte eines Mitschülers mit Migrationshintergrund?
Kompetenzen:
Die SchülerInnen versetzen sich in verschiedene Lebensgeschichten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund hinein. Sie nehmen die Gefühle, die sie „als Migrant“ erleben, bewusst wahr und sind fähig, sie auszudrücken, mit ihrem sonstigen Lebensgefühl zu vergleichen und Spannungen und Unterschiede herauszuarbeiten.
3. Geschichte, Familiengeschichte kann Heimat sein
Kompetenzen:
Die SchülerInnen sind in der Lage, zwei Eckdaten der Geschichte Russlanddeutscher benennen zu können (Gründe für die Auswanderung 1762, die Vertreibung der Wolgadeutschen 1941).
Sie argumentieren, inwiefern die (Familen-)Geschichte und Tradition sowohl für Einheimische als auch für Migranten wichtig ist um die eigene Identität zu verstehen, und dass das Wissen über Leistungen, Erfahrungen, Bewältigen von Schicksalsschlägen der Vorfahren das eigene Selbstbewusstsein stärken kann.
Die SchülerInnen suchen das Gespräch über „Identität“ mit älteren Verwandten und schreiben ihre Vermutungen oder Schlussfolgerungen auf, wo sie das Erleben der älteren Familienmitglieder prägt.
Zusatzmaterial
| M 9 | Meditation "Was ist Heimat?" |
Literaturempfehlungen
Christian Eyselein, Russlanddeutsche Aussiedler verstehen. Praktisch-theologische Zugänge. Leipzig, 2006.
Orlando Figes, Die Flüsterer, Leben in Stalins Russland. Berlin, 2. Aufl., 2008.
Merle Hilbk, Die Chaussee der Enthusiasten. Eine Reise durch das russische Deutschland. Berlin, 1. Aufl., 2008.
Ulla Lachauer, Ritas Leute: Eine deutsch-russische Familiengeschichte. Reinbek bei Hamburg, 2003.
Catherine Meridale, Hans Günther Holl, Iwans Krieg: Die Rote Armee 1939-1945, Frankfurt 2008.
Igor Trutanow, Russlands Stiefkinder. Ein deutsches Dorf in Kasachstan. Berlin, 1992.
Danke für Mitarbeit und Beratung
Berthold Dworzak, Irmgard Faul, Carola Künzler, Elke Thein, Anke Walter sowie Matthias Becker und die Teilhandlungsfeldkonferenz Aussiedlerarbeit der ELKB.
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