Kaleidoskop > Dezember 2011

 


Zur Adventszeit gehören bei uns seit langer Zeit ganz bestimmte Leckereien.
In vielen Familien werden Plätzchen gebacken, manchmal nach Rezepten, die schon die Mutter oder die Großmutter verwendeten.

Eine besondere Spezialität unter diesen Backwaren sind die Lebkuchen. Sie haben eine lange Tradition. Schon im Mittelalter wurden sie in Klöstern gebacken. Sie wurden oft einfach Pfefferkuchen genannt. Pfeffer - so nannte man im Sammelbegriff alle Gewürze, die man damals aus dem Orient, dem Morgenland, bezog. Erst im Laufe der Zeit entstanden die unterschiedlichen Sorten und Namen: Nürnberger Elisen, Aachener Printen oder Thorner Kathrinchen.

Lebkuchen - ein guter Name. Ich mag diesen Namen, wenn man ihn umdreht und ein wenig ergänzt, wird aus dem Lebkuchen ein Kuchen des Lebens.
Die Lebkuchen, die früher in den Klöstern gebacken und zur Adventszeit an die Armen und Bedürftigen verschenkt wurden, waren auch nicht in erster Linie Leckerbissen. Sie waren wirklich Lebenskuchen. Sie sollten den schwächsten Mitgliedern der Gemeinden in den kalten Wintermonaten helfen zu leben, ja zu überleben.

Lebkuchen als Kuchen des Lebens können uns erinnern an denjenigen, der über sich im Johannesevangelium sagt: "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern" und von dem es in der ersten Strophe eines bekannten Adventsliedes heißt: "der Heil und Leben mit sich bringt".
Lebensbrot Jesus, Heil und Heilung.
Alle, die es brauchen, sollen Anteil daran haben. Sie sollen erleben, dass Jesus sie satt macht, dass er Leben heil machen kann und ein sich vervielfältigendes Leben schenkt.

Mögen die Lebkuchen, die Sie in diesen Tagen essen, Sie daran erinnern.
Ilse Strebel-Vogtmann

 

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