Kaleidoskop > März 2017

Untergrund-Bewegung

 

Der Junge wirkt auf Anhieb sympathisch. Seine blonde Lockenmähne ist nicht zu zähmen. Dazu kommt sein wacher Blick, seine Neugier. Storm lässt sich nicht von der Welt der Erwachsenen fernhalten. Die philosophischen Angelegenheiten, mit denen sich sein Vater beschäftigt, interessieren ihn sehr. Dessen Verhalten reizt ihn dazu, hinter ein Geheimnis zu kommen, von dem der 12-Jährige ahnt, dass es groß sein muss – und gefährlich. Als sein Vater verhaftet wird, muss er mit dem Druckstock eines verbotenen Luther-Briefes untertauchen.

Im Film "Storm und der verbotene Brief" wird die Reformation "von unten" beleuchtet: aus der Perspektive eines Jugendlichen; in ihren Auswirkungen auf den Alltag einer Handwerker-Familie; mit dem Blick in die Gesichter einer Untergrundbewegung, die sich in geheimen Treffen von den Ideen Martin Luthers begeistern lässt. Ja, die Revolution wird hier tatsächlich im Untergrund vorbereitet.

Das hat vor allem mit dem sehr besonderen Mädchen zu tun, an das Storm auf der Flucht vor den Bütteln der Obrigkeit gerät. Mit ihrer duldsamen Namensgeberin hat Marike überhaupt nichts gemeinsam – wenn man davon absieht, dass sie hin und wieder vor einer riesigen Marien-Statue inbrünstig betet. Ansonsten ist das Mädchen mit allen Wassern gewaschen, und zwar vor allem mit schmutzigen. Sie haust nämlich alleine in der Kanalisation Antwerpens. Was sie zum Leben braucht, stiehlt sie sich zusammen. Und mit Widersachern geht sie nicht gerade zimperlich um.

Storm und Marike ergänzen sich wunderbar mit ihren jeweiligen Fähigkeiten: Marike ist die Lebenskünstlerin. Sie versorgt Storm mit dem Nötigsten und bewahrt ihn vor seinen Häschern. Storm liest der Analphabetin aus dem Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter vor und bringt ihr sogar ansatzweise das Lesen bei. Das erweist sich wiederum als äußerst wichtig für die Bewältigung einer schier nicht zu bewältigenden Anforderungssituation: die Befreiung von Storms Vater.

"Storm und der verbotene Brief" steht zu Recht auf der Liste der "besten Kinderfilme 2017". Aber er ist auch Erwachsenen – und nicht zuletzt Unterrichtenden – wärmstens empfohlen.
Die deutsche Fassung der niederländischen Produktion kommt am 23. März in die Kinos. Ab 1. Juni gibt es den Film – zusammen mit pädagogischem Begleitmaterial – bei der Evangelischen Medienzentrale. Aktuelle Informationen gibt es auch auf www.emzbayern.de/storm.

Herbert Kolb

 

 

 

 

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