Kaleidoskop > Mai 2010

Pfingstgedanken über Hesekiel 37,4-5.9

 

"Sprich zu ihnen: Ihr trockenen Knochen, hört das Wort der Ewigen! So spricht die Ewige, mächtig über allen, zu diesen Knochen: Seht hin, ich bin dabei, Geistkraft in euch kommen zu lassen, dass ihr lebendig werdet."

Sollte das Gotteswort, das Hesekiel an die Israeliten im babylonischen Exil richtet, auch für uns gelten? Sind wir denn verknöchert und vertrocknet? Knochentrocken statt herzlich? Haben wir unsere Lebendigkeit im beruflichen und privaten Alltagstrott verloren? Ist Langeweile in unser Denken und Reden eingekehrt? Liegen unsere Hoffnung und Begeisterungsfähigkeit auf dem Totenfeld der Enttäuschungen, Verletzungen und Umstände?
"Ihr trockenen Knochen!" - Keine schmeichelhafte Anrede, vielmehr eine starke Provokation.

Und dann die Verheißung:

"Aus allen vier Windrichtungen komm herbei, Geistkraft, und hauche in diese Zerschlagenen hinein, dass sie lebendig werden."

Welch kraftvolle Verse! In bildhafter Sprache zeichnen sie Zukunft. Was können Resignation, Routine und die Totengräber unseres Alltags schon ausrichten? Gottes Kraft und Lebensodem sprengt alles auf. Auch die Verkrustungen in uns. Gottes ruach macht uns lebendig.
So ist Pfingsten: ein Fest der göttlichen Berührung und Kraft.

 

Gott, wir bitten dich,
hauche uns an, berühre uns.
Schenke uns deinen Geist, der lebendig macht,
deine Kraft, die uns aufstehen lässt,
deinen Odem, der uns neue Hoffnung schenkt.

Begeistere uns täglich von neuem
für die Möglichkeiten, die jeder Tag uns bietet,
für beflügelnde Worte und Taten,
für die Heiterkeit des Daseins.
So wird unser Leben ein Pfingstfest der Lebendigkeit.
Dafür danken wir dir.

Amen.

Text: Gerda Gertz
Foto: Oleg Astakhov
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