Bunte Kinderhände

Neue Auflage der Eliport-Schultüte

Mit dem Buch "Hat Jesus Fußball gespielt?" liegt ein ansprechendes Vorlesebuch bei, das leider ein problematisches Bibelverständnis nahe legt.

Zum Ende des Kindergartenjahres und Anfang des Schuljahres 2019 ist die neue Auflage der Eliport-Schultüte herausgekommen.
Mit dem Buch "Hat Jesus Fußball gespielt?" liegt ein ansprechend gestaltetes Vorlesebuch bei, das die Freude beim Fußballspielen aufgreift und anhand der Geschichte von Zachäus Anstöße gibt, um eigene Erfahrungen zu bearbeiten.
Ich halte aber Seite 23 für so problematisch, dass ich diese Seite nicht vorlesen könnte. Auf die Frage, ob die Geschichte von Zachäus wahr sei, wird dem Kind geantwortet: "Die Sachen, die in der Bibel stehen, wären in echt passiert und die könne man glauben." Hier wird Kindern ein problematisches Bibelverständnis nahe gebracht. Kinder (und viele Erwachsene auch) können diesen Satz in der Regel nicht anders verstehen, als dass die Erzählungen der Bibel und der Wunder als historische Berichte gemeint seien und wörtlich zu nehmen seien. Ich hätte mir gewünscht, dass die Wahrheit der biblischen Geschichte darin erklärt wird, dass für Jesus solche Menschen wie Zachäus wichtig gewesen waren und dass er auf sie zugegangen ist und ihnen ermöglicht hat, sich zu verändern. Anstatt des wörtlichen Bibel-und Wunderverständnisses, liegt die Wahrheit biblischer Geschichten darin, dass die Begegnung mit Jesus ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, über eingefahrene Ansichten hinausweist und exemplarisch auf Gottes Reich hinweist.
Das Potential, diese ungeahnten Möglichkeiten zu entdecken, böte das Buch auch.
Wir sollten aber von Kindern nicht verlangen, alle Wunder wörtlich und alle Erzählungen historisch verstehen zu müssen. Denn das könnte sie früher oder später dazu veranlassen, die Wahrheit biblischer Texte gar nicht mehr zu sehen.

Sehr zu begrüßen ist in dem Buch der Versuch, den christlich-muslimischen Dialog der Kinder einzubringen. Ich würde aber kritisch darauf schauen, ob die Beispiele des Buches wirklich Gemeinsamkeiten zwischen Jesus und Mohammed treffen oder ob sich Jesus und Mohammed nicht gerade z. B. in ihrem Umgang mit "Bösen" unterscheiden.

Susanne Menzke

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