"Hausaufgaben an gebundenen Ganztagsschulen

Hausaufgaben haben ihren didaktischen Wert, dienen sie doch der Übung, Wiederholung und Vertiefung. Gebundene Ganztagsschulen integrieren zumindest die schriftlichen "Hausaufgaben" in den schulischen Alltag und lassen sie damit zu "Schulaufgaben" werden, sei es weil sie im Rahmen von Studierzeit/Lernzeit erledigt werden oder weil sie durch das Mehr an Zeit in den regulären Unterricht einbezogen sind und so der individuellen Förderung dienen.
Diese Entlastung vom "Hausaufgabenstress" ist nicht selten eine wesentliche Motivation (der Eltern) für die Wahl einer Ganztagsklasse und dann auch ein Kriterium für die Zufriedenheit mit dem Ganztagsmodell. (vgl. Evaluation von Ganztagsklassen an Hauptschulen)
Zudem kann durch die Betreuung der Haus-/Schulaufgaben die Koppelung von sozialer Herkunft und Leistungsfähigkeit des Kindes entzerrt werden.
Zielvorstellung ist es, dass Kinder und Jugendliche, die bis 16.00 Uhr oder gar länger in der Schule sind, die Zeit, die sie zuhause verbringen, zur Regeneration nutzen können und nicht noch Hausaufgaben machen müssen. Gerade auf mündliche Hausaufgaben kann jedoch nicht gänzlich verzichtet werden. Sind mehrere Lehrkräfte in einer Klasse tätig, dann empfiehlt es sich, dass jede Klasse ein Hausaufgabenbuch führt, in das sämtliche Aufgaben eingetragen werden, damit sich jeder Lehrer ein Bild von der derzeitigen Belastung der Schüler machen kann und die in der Schule vorgesehene Zeit für die "Schulaufgaben" ausreicht. Das Hausaufgabenheft dient der Lehrkraft der Lernzeit auch als Orientierung, wenn diese nicht identisch mit dem Lehrer des Fachunterrichts ist."

Quelle:
Leitfaden: Ganztagsvolksschulen in Bayern - Anregungen und Hilfestellungen zur praktischen Umsetzung - Aktualisierte Version Oktober 2007
Erarbeitet im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom Arbeitskreis "Ganztagsschulen in Bayern"
Herausgeber: Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)