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Neues aus dem Referat Förderschule
Oktober 2020
 
von Ulrich Jung - RPZ Heilsbronn am 19. Oktober 2020
 
 
 
"Kumm fei net su späd ham, ich mach mä immä su vill Sorgn um diech."
(Komme nicht so spät nach Hause, ich mache mir so viele Sorgen um Dich.)


Liebe Kolleg*innen

"Sorgt euch nicht um euer Leben - Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch."
Dieser Satz war vor einigen Wochen der Wochenspruch und Mt 6, 25-34 ("Seht die Vögel unter dem Himmel ...") die Lesung. Ich mag diese Texte sehr gern, sie haben eine Leichtigkeit und strahlen Lebensfreude aus. Aber in dieser Zeit fand ich sie schwierig, wenn Verschwörungsspinner gemeinsam mit Rechtspopulisten vermeintliche Sorglosigkeit dazu benutzen, um Unruhe zu provozieren.
Ich machte mir daher etwas genauer Gedanken, was es mit dem "sich sorgen" auf sich hat.
Als erstes fiel mir der Satz aus meiner Jugend ein (s.o.), dass sich die Eltern sorgten, wenn ich unterwegs war. Gut gemeint – ohne Zweifel. Auch ich kenne dieses Gefühl, dass ich besorgt bin um liebe Menschen. Es ist verständlich, dass man sich Sorgen um jemanden macht.
Aber was passiert dabei: Man malt sich aus, was alles passieren könnte, die Situation erscheint mehr und mehr bedrohlich. Ängste kommen auf und werden immer bedrohlicher. Aber man kann nichts tun. Es bringt aber niemandem etwas. Außerdem – besonders als Jugendlicher – hörte ich diesen Satz ganz anders: Du kannst nicht auf dich aufpassen.
Und wie ist das in der jetzigen Zeit angesichts der Gefahr einer Corona Infektion: Natürlich kann man sich auch da jede Menge Sorgen machen, man kann sich ausmalen, wer einen anstecken könnte, und und und. Dieses "sich sorgen" zeigt aber, dass wir vieles einfach nicht in der Hand haben. Die Pandemie hat es weltweit dramatisch vor Augen geführt. Wir können uns nur begrenzt absichern – und das Leben ist lebensgefährlich. Ebenso erleben es Eltern, dass man seine Kinder nur bedingt beschützen kann. Man muss sie ihre eigenen Wege gehen lassen, auch wenn diese Gefahren bergen, sie loslassen und kann sie nur dem Schutz Gottes anvertrauen.
Das heißt aber keineswegs, dass man sorglos – unvorsichtig und leichtsinnig – sein und sinnvolle Regeln zur Vorbeugung von Infektionen ignorieren darf.

Ich verstehe den Text aus der Bergpredigt so:
Natürlich ist das Leben gefährlich. Aber macht euch nicht verrückt vor Sorgen, malt euch nicht aus, was alles Schlimme passieren könnte. Vieles liegt nicht in unserer Hand, wir können loslassen und auf Gott vertrauen.
Seid aber auch nicht sorglos, verantwortungslos und leichtsinnig. Sondern sorgt so gut ihr könnt vor, um Gefahren zu vermeiden.
Auf jeden Fall – sorgt füreinander, wie Gott auch für euch sorgt.

Ich wünsche Euch / Ihnen eine sorglos-sorgsame und fürsorgliche Zeit.
Ulrich Jung
 


ARBEITSHILFE
Inklusive Konfi-Arbeit
Eine kleine Gruppe württembergischer Religionslehrkräfte aus dem Förderschulbereich hat zusammen mit der Diakonie Stetten eine Arbeitshilfe für den inklusiven Konfirmandenunterricht entwickelt. Schwerpunkt ist das Thema "Glaubensbekenntnis", methodisch findet ein Lernen an Stationen statt. Sicherlich ist das Material nicht eins zu eins umsetzbar, da es die große Unterschiedlichkeit der Förderbedarfe nicht aufgreift, aber es bietet viele Anregungen, wie Konfi-Unterricht auch aussehen kann.
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Corona-Pandemie und Menschen mit Behinderung
Die steigende Zahl an Corona-Infektionen macht Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, große Sorgen: "Nun beraten wir wieder über Regeln, um Kontakte und Infektionen zu vermeiden. Dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien besondere Bedarfe haben, wurde im Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Krise zunächst nicht berücksichtigt. Das darf nicht noch einmal passieren", betont die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsministerin.
Der Bundesvorstand der Lebenshilfe hat deshalb ein Positionspapier mit einer Reihe von Forderungen verabschiedet.
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DIGITALE LÖSUNGEN
Funktionen für mehr Barrierefreiheit
In meiner Arbeit am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte spielten die Möglichkeiten der digitalen Technik eine große Rolle. Ich erlebte, wie vielfältig sie Erleichterungen für den Alltag eröffnen können. Der Newsletter des VBS hat dazu wichtige Informationen zusammengestellt, die ich gerne weitergeben möchte.

In Windows 10 gibt es zahlreiche Funktionen für mehr Barrierefreiheit – Funktionen, von denen nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren, sondern alle Nutzende. Eine umfassende Liste der Funktionen für mehr Barrierefreiheit in Windows 10 finden Sie hier.

Auch Apple bietet zahlreiche Bedienhilfen, die auf einer Übersichtsseite vorgestellt werden. Dort gibt es weiterführende Links zu Unterseiten, auf denen jeweils alle Barrierefreiheits-Funktionen der einzelnen Apple-Produkte wie Mac, iPad und iPhone beschrieben werden.


NEU IM OKTOBER
Leuchte auf mein Licht - Sankt Martin in Corona-Zeiten
Sankt Martin zeigt uns, wie wichtig es ist, die Not der anderen zu sehen, ihnen zu helfen und auf vielfache Weise beizustehen. Dies ist gerade in der Corona-Zeit eine große Herausforderung. Das Medium enthält den bekannten Animationsfilm aus der "Sendung mit der Maus", in dem eine kleine Gans die Geschichte von Sankt Martin aus ihrer Sicht erzählt. Im Begleitmaterial sind Angebote, Anregungen und Ideen für Schule, Homeschooling, KiTas und auch für Familien zusammengestellt.

Trickfilm, 8 Min., Eignung: ab 5, umfangreiches Begleitmaterial

Alle neuen Medien finden Sie hier:
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MOBBING
Ein Handbuch für die Praxis
Diese Handreichung ging aus dem Projekt "Mobben stoppen! Mutig sein statt mitmachen!" an der Akademie CPH in Nürnberg hervor. Es finden sich darin neben dem theoretischen Hintergrundwissen zum Thema Mobbing und Konfliktbearbeitung methodische Handlungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen schulischen Ebenen. Für den attraktiven Preis von 5,- € ist das Buch beim Echter Verlag zu beziehen.
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LITERATURTIPP
Kinder mit auffälligem Verhalten in Inklusionsklassen
Müller, Thomas (2018): Kinder mit auffälligem Verhalten unterrichten. Fundierte Praxis in der inklusiven Grundschule, München – Reinhardt Verlag

Gut verständlich und praxisbezogen führt T. Müller in die Grundlagen des pädagogischen Handelns mit Schüler*innen, die emotional-sozialen Förderbedarf haben, ein. Auf ca. 150 Seiten gelingt es Verständnis für die Problematiken der Schüler*innen zu wecken und Grundlagen für angemessenes Handeln darzustellen. Fast die Hälfte des Buches behandelt Beispiele aus der Praxis. Es werden typische Situationen und Schüler*innentypen beschrieben sowie Möglichkeiten angemessenen Lehrerhandelns vorgestellt.
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MASKERADE
Mund-Nasenschutz ohne Sichtbehinderung
In einigen Förderzentren habe ich eine Maske im Einsatz gesehen, die durchsichtig ist und dadurch eine bessere Kommunikation ermöglicht. Gerade in Förderschulen werden oft Schüler*innen irritiert, wenn die Gesichter verhüllt sind oder ein Ablesen von den Lippen nicht möglich ist. Ich habe die Maske selber noch nicht getestet, aber Kolleg*innen haben sie für gut befunden. Auch wenn ich keine Werbung machen will, weise ich auf diese Möglichkeit hin, um mit den notwendigen Schutzmaßnahmen besser umgehen zu können.
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Der Newsletter Förderschulen wird herausgegeben von Ulrich Jung, Referat Förderschulen, Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn, Abteigasse 7, 91560 Heilsbronn.
E-Mail: ulrich.jung@rpz-heilsbronn.de, Web: foerderschule.rpz-heilsbronn.de


Bildnachweis: 1,3,4,7,8) Ulrich Jung