„Sola scriptura!? – Zugänge zur Bibel“

Begründung

 

Die SuS beschäftigen sich in der 11. Jahrgangsstufe mit den Themenbereichen

ER 11.1 „Glaube und Vernunft – alte und neue Herausforderungen“, ER 11.2 „Freiheit leben“, ER 11.3 „Sola scriptura!? – Zugänge zur Bibel“ sowie ER 11.4 „Zwischen Distanz und Nähe: Judentum, Christum, Islam“. Hierbei erscheint folgende Anordnung der einzelnen Themenbereiche sinnvoll zu sein:

  • ER 11.3 „Sola scriptura!? – Zugänge zur Bibel“
  • ER 11.2 „Freiheit leben“
  • ER 11.1 „Glaube und Vernunft – alte und neue Herausforderungen“
  • ER 11.4 „Zwischen Distanz und Nähe: Judentum, Christum, Islam“.

 

Begründen ließe sich die Reihenfolge der Themenbereiche wie folgt:

Im Sinne des curricularen Lernens erinnern sich die Schüler*innen (SuS) zu Beginn der 11. Jahrgangsstufe an ihre erste Begegnung mit der Bibel in der 5. Klasse (ER 5.2 „Die Bibel und ihre Geschichte), in der sie das „Buch der Bücher“ als solches kennen- und in seiner Bedeutung verstehen gelernt haben. Damals lagen die Schwerpunkte u.a. auf Inhalten wie dem grundlegenden Verständnis des Buches als eine zweigeteilte Bibliothek von verschiedenen Büchern und Gattungen, die durch Menschenhand über verschiedene Erzähltraditionen z.T. über drei Jahrtausende entstanden sind, aber auch gleichzeitig Gottes Wort enthalten, in verschiedenen Ausgaben für verschiedene Adressaten existieren und in ihren grundlegenden Aussagen bis heute den Anspruch auf Aktualität erheben. Sie erinnern sich des Weiteren an ihren Ausflug in die Reformationszeit in der 8. Jahrgangsstufe (ER 8.1 „Befreit vor Gott und Mensch – Voraussetzungen und Folgen der Reformation) und damit verbunden an Luthers Auffassung von der Hl. Schrift per se, seinem Umgang mit dieser sowie an die sich daraus für den einzelnen Gläubigen ergebenden Konsequenzen. Diesen Punkt werden sie nun in der 11. Jahrgangsstufe am Ende der Themeneinheit ER 11.3 – je nach Behandlungstiefe in der 8. Klasse – erarbeiten, vertiefen und mit anderen Ansätzen anderer Konfessionen bzw. Religionen vergleichen und darüber hinaus die Bibel wissenschaftlich-systematisch mit Hilfe verschiedenster Methoden analysieren und lesen lernen. Sie werden erkennen, dass unterschiedliche Herangehensweisen an einen Bibeltext unterschiedliche Interpretationen nach sich ziehen, die ihrerseits unterschiedliche Auswirkungen haben (können) und sich in einer Vielfalt von literarischen, künstlerischen und medialen Umsetzungsmöglichkeiten manifestieren. Dabei wird es für die SuS zentral sein, eine persönliche Bewertung der an sie herangetragenen Interpretations- und Umsetzungsangebote vornehmen und sie mit ihrer eigenen Einstellung zur Bibel in Beziehung setzen zu können. Gemäß des Titels des Themenbereichs müssen folgende Fragen im Mittelpunkt stehen: Welchen Anspruch auf Autorität und Geltung für den Einzelnen können die Heilige Schrift, das Wort Gottes, Jesus Christus als Mitte der Schrift oder Luthers reformatorisches soli „sola scriptura“ erheben und in welchem Verhältnis stehen dieser Anspruch und das evangelische Freiheitsverständnis zur persönlichen Auffassung der SuS? 

Haben sich die SuS (spätestens) im Rahmen des Themenbereichs ER 11.3 mit Luthers Schriftverständnis und dessen Auswirkungen auseinandergesetzt, dürfte ihnen auch seine Freiheitsschrift („Von der Freiheit eines Christenmenschen“) begegnet sein, die ein inhaltlicher Aspekt des anschließenden Themenbereichs ER 11.2 sein wird. In diesem wird sie insbesondere unter dem Fokus des ambivalenten und gefährdenden Freiheitsbegriffs Luthers behandelt und mit Hilfe eines Interpretationsansatzes - z. B. von W. Huber – gedeutet werden. So kann sie einerseits als Bindeglied zwischen den benannten Themenbereichen dienen sowie andererseits als Grundlage für das im Laufe des Themenbereichs zu erarbeitende evangelische Gewissensverständnis oder als eine Perspektive für eine verantwortliche Lebensgestaltung, in der die Freiheit des einzelnen Christen vom Zwang zu richtigem Handeln für das eigene Seelenheil – gemäß des reformatorischen Verständnisses von Freiheit und Rechtfertigung – betont wird. Daneben runden die Behandlung der Zusammenhänge von Freiheit und deren Bedingtheit in persönlichen und gesellschaftlichen Lebensvollzügen, die Erschließung der vielfältigen Dimensionen und Deutungsmöglichkeiten des Freiheitsbegriffs aus unterschiedlichen Perspektiven, das Aufspüren von Freiheitsmotiven in der Bibel sowie die Aufzeigung weiterer Perspektiven für eine verantwortliche Lebensgestaltung den Themenbereich ab.

Ausgestattet mit den (biblischen, reformatorischen, philosophischen und humanwissen-schaftlichen) Grundlagen aus ER 11.3 und ER 11.2 sind die SuS nun in der Lage, sich mit „alten und neuen Herausforderungen“, die ein Nebeneinander von „Glaube und Vernunft“ mit sich bringt, zu befassen, und somit im Themenbereich 11.1 angekommen. Darin werden sie den Begriff der „Mündigkeit“ aus verschiedenen Perspektiven – darunter der Kants und ihrer eigenen – näher beleuchten sowie deren Chancen und Grenzen für ihr eigenes Handeln in ihrer Lebenssituation reflektieren. Der Bedeutung der sie nun bald selbst betreffenden Volljährigkeit sowie ihrer eigenen Positionierung vor dem vielfältigen Angebot von Lebensentwürfen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Im nächsten Schritt nähern sie sich dem Begriff der „Vernunft“ und damit verbunden wesentlichen Aspekten der Aufklärung (Primat der Vernunft und Empirie, Fortschrittsoptimismus, positives Menschenbild, kritische Überprüfung überkommener Autoritäten/Denkmodellen und Glaubensüberzeugungen) an und erarbeiten sich an Beispielen Versuche der zeitgenössischen Theologie, diese Herausforderungen für den Glauben aufzunehmen. Auch an dieser Stelle würde sich – im Sinne des curricularen Lernens und der Kompetenzorientierung – ein Rückbezug auf Luthers Schrift- und Freiheitsverständnis insbesondere unter dem Fokus der „neuen Mündigkeit“, die er dem einzelnen Gläubigen einräumt, anbieten. Dieser Rückgriff könnte gleichzeitig als Überleitung genutzt werden, da sich  die SuS im Anschluss mit verschiedenen Ansätzen hinsichtlich des Vernunftbegriffs aus Literatur, Film, bildender Kunst oder Philosophie kritisch vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen aus ihrem Alltag auseinandersetzen und sich einen theologischen Entwurf, der Glaube und Vernunft konstruktiv aufeinander bezieht, erschließen. Abgerundet wird der Themenbereich durch eine vielschichtige Verhältnisbestimmung von Glaube und Naturwissenschaften anhand diverser Kriterien und unter Berücksichtigung von Kommunikationsstrategien und digitaler Kontexte im öffentlichen Diskurs.

Das durch die bisher behandelten Themenbereiche erarbeitete Vorwissen kann nun an vielen Stellen sehr gewinnbringend in den letzten Themenbereich 11.4 einfließen. In diesem blicken die Schüler*innen über ihren eigenen (christlichen) „Tellerrand“ hinaus und erweitern ihren Horizont hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Judentum – Christentum – Islam. Sie erarbeiten auf verschiedenen Ebenen (Lebensumfeld, digitale Medien, geschichtliche Entwicklungen, …) und unter verschiedenen Gesichtspunkten (Glaubensthemen, aktuelle Konflikte, Geltungs- und Wahrheitsansprüche, Toleranz) dieses Verhältnis als eines, das von Nähe und Distanz geprägt ist. Sie werden fein zwischen den Begriffen „Toleranz“, „Akzeptanz“ und „Indifferenz“ unterschieden lernen, deren Umsetzung/Verständnis in den drei großen Weltreligionen beschreiben und eine eigene Position dazu einnehmen können. Möchte man an dieser Stelle Aspekte aus früheren Themenbereichen aufgreifen, sie aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Religionen beleuchten und deren jeweilige Auffassungen miteinander vergleichen, böten sich zum Beispiel das jeweilige Schriftverständnis, der jeweilige Freiheits-/Mündigkeits-/Vernunftbegriff, die Stellung des einzelnen Gläubigen innerhalb der Religion u.v.m. an – daneben natürlich auch Vorschläge aus dem aktuellen LehrplanPLUS (G9).

Da sich manche Inhalte der Themenbereiche der 11. Jahrgangsstufe des neuen Lehrplans (LehrplanPLUS G9 grundlegendes Niveau) bereits in Themenbereichen des früheren Lehrplans der 10. und 11. Jahrgangsstufe im LehrplanPLUS G8 fanden, kann an mancher Stelle des neuen Lehrplans auf bereits veröffentlichte Materialien der GPM zurückgegriffen werden. Eine entsprechende tabellarische Übersicht, die selbstverständlich nur der ersten Orientierung dient und jederzeit individuell ergänzt werden kann. findet sich am Ende des vorliegenden Entwurfs. In diesem wurde sowohl sehr großer Wert darauf gelegt, bereits vorhandene Materialien – auch aus vorhandenen Schulbüchern – einzubinden, als auch methodisch und im Hinblick auf die verwendeten Medien möglichst bodenständig zu arbeiten, um einer möglichst großen Zahl von Kolleg*innen unabhängig von der technischen Ausstattung ihrer jeweiligen Schule einen guten Einstieg in den Themenbereich zu ermöglichen.

 

Zum vorliegenden Stundenentwurf ist Folgendes festzuhalten:

In ER 11.3 setzen sich die SuS zunächst mit ihrem eigenen Verhältnis und ihrer eigenen Einstellung zur Bibel reflektiert auseinander und tauschen sich mit ihren Mitschüler*innen über deren entsprechende Sichtweisen aus. Im Anschluss beschäftigen sie sich hinsichtlich des Aufbaus/Inhalts und ihrer Deutung mit einer für die Gesamtheit der Bibel bedeutsame Schrift bzw. Erzähltradition und interpretieren diese gemäß der historisch-kritischen Exegese. Es versteht sich von selbst, dass im Vorfeld die zentralen Fragestellungen sowie das Anliegen und die Reichweite der benannten Methode im Unterricht zu behandeln sind. Darauf kontrastieren sie die Methode der historisch-kritischen Exegese mit weiteren Lesarten der Bibel – wie z. B. psychologisch, befreiungstheologisch, feministisch – und prüfen an einem Textbeispiel aus der gewählten Bibeltradition die Reichweite und Grenzen unterschiedlicher Methoden und Lesarten. In der Folgestunde nehmen sie die Bedeutung der Wirkungsgeschichte für das Verständnis biblischer Texte wahr und vergleichen und deuten Umsetzungsbeispiele des gewählten Textes aus den Genres Kunst, Literatur oder Medien. Zum Abschluss der Themeneinheit erarbeiten sie sich das evangelische Schriftverständnis und setzen es vergleichend in Beziehung zu dem Verständnis einer anderen Tradition. 

Der vorliegende Stundenentwurf konzentriert sich auf die Reflexion der persönlichen Einstellungen der SuS zur Bibel im Abgleich mit den entsprechenden Vorstellungen ihrer Mitschüler*innen sowie auf die inhaltliche, strukturelle und bedeutungsrelevante Erschließung einer relevanten biblischen Erzähltradition/Schrift. Auswählt wurde vor dem Hintergrund der Inhalte der folgenden Jahrgangsstufen das Buch Hiob, das auch im Themenbereiche ER 12.1 („Woran Dein Herz hängt – Sinnfrage und Gottesfrage“; darin: „Antwortversuche auf die Theodizeefrage bei Hiob…“) virolent werden wird und das vielfältige fachübergreifende Kooperationsmöglichkeiten mit den Fächern Kunst und Musik bietet, da seine Inhalte sowohl in der Kunst als auch in der Musik vielfach rezipiert und interpretiert wurden – bis ins 21. Jahrhundert hinein.

Besonderes Augenmerk bei der Behandlung des ausgewiesenen Bibeltextes verdienen im  Verlauf des Themenbereichs – vor dem Hintergrund des Lehrplanthemas – die Abschnitte Hi 1,1-5.13-22; 2,9f; 3-5; 7-9; 11; 16; 19,25; 22; 31; 38,1-7. 16-18; 40,8f. 25. 29. 32, in denen die SuS das Verhältnis Hiobs zum und seine Reaktionen auf das Wort Gottes und dessen Gültigkeitsbereich und Grenzen sowie die damit einhergehenden Folgen für Hiob in immer neuen Facetten mit ihrer eigenen Einstellung zur und Reaktion auf die biblischen Texte und deren Gültigkeitsbereich und Grenzen in Beziehung setzen können. Je nach individuellen Vorlieben der Lehrkraft könnte(n) einer oder mehrere der benannten Abschnitte für die Anwendung der benannten weiteren Lesarten der Bibel herangezogen und mit der historisch-kritischen Methode kontrastiert werden. Letztere würde sich sehr gut für Hi 1,1-5. 13-22 eignen – unter der Schwerpunktsetzung der Bestimmung des „Sitzes im Leben“. 

Der vorliegende Entwurf ist als Einstieg in den Themenbereich und erste Annäherung an das Buch Hiob ausgelegt auf ca. zwei Doppelstunden, wobei weitere „Pufferzeit“ zur individuellen Vertiefung oder Aufarbeitung notwendigen Vorwissens durch die L – je nach Interessensschwerpunkte und Vorwissen der verschiedenen Lerngruppen – nicht eingerechnet wurde. 

 

Zum konkreten Ablauf der Einheit ist Folgendes festzustellen:

Nach einer kurzen Wiederholung des Vorwissens zur Bibel aus den Jahrgangsstufen 5 und 8, die entweder in Form eines konkreten Fragebogens oder aufbereitet als Power-Point-Präsentation im Sinne eines „Wer wird Biblionär“ nach dem entsprechenden Vorbild aus dem Fernsehen gestaltet werden kann (M1), setzen sich die SuS konkret mit ihrem persönlichen Verhältnis zur Bibel, zur Bedeutung und Übertragbarkeit ihrer Texte sowie deren Grenzen für ihr eigenes Leben kritisch auseinander (M2). Dieser Fragebogen kann am Ende der Themeneinheit erneut ausgefüllt und seine Ergebnisse mit diesem Erstdurchgang verglichen werden. Sie SuS setzen ihre Erkenntnisse mit den entsprechenden Resultaten ihrer Mitschüler*innen in Beziehung und weiten ihren Blick mit Hilfe der gegebenen Materialien auf das gegenwärtige Verhältnis zwischen der Bibel und ihrer Inhalte und ihrer Gesellschaft – vorzugsweise unter Jugendlichen (M3). Die sich aus dieser Zusammenschau ergebenden Gemeinsamkeiten und Differenzen können ihre(r) eigene(n) Einstellung bestätigen, hinterfragen, widersprechen, verändern – in jedem Fall aber eine Überprüfung des eigenen Standpunkts anregen. Im nächsten Schritt erfahren sie, dass es auch in der Bibel Personen gibt, deren Verhältnis zur Schrift, deren Einhaltung und deren Bedeutung nicht immer leicht und stringent war, sondern sie sich auch mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert sahen, deren Tragweite sie zunächst nicht absehen konnten. In diesem Zusammenhang lernen die SuS Hiob als einen äußert schrifttreuen Gläubigen kennen, der sich nie etwas zuschulden kommen ließ, aber dennoch schwere Schicksalsschläge ertragen musste, die ihn sehr leicht von Gott und seinem Wort in der Bibel hätten trennen können. Bei der Behandlung der Hiob-Thematik in den Folgestunden muss allerdings beachtet werden, dass es in dieser Jahrgangsstufe weniger um die Theodizee-Frage gehen darf, da diese in 12.1 ausführlich behandelt werden wird, als vielmehr darum, wie Hiob mit dem reformatorischen soli „sola scriptura!?“ umgeht. Sie werden Hiob als einen streitbaren Gläubigen kennenlernen, der die Schrift/das Wort Gottes nicht nur stillschweigend annimmt, sondern auch kritisch in ein Gespräch verwickelt, hinterfragt, anklagt, verflucht und für den Frömmigkeit nicht bedeutet, pauschal „Ja und Amen“ zur Schrift zu sagen, sondern der auch ein „Nein und Amen“ einschließt. Die Zusatzmaterialien (M7) können zu diesem Zweck an späterer Stelle der Unterrichtssequenz verwendet werden. Ebenso finden sich darin bereits Rezeptions- und Interpretationsbeispiele aus Kunst, Literatur und Musik, die entweder relativ am Ende oder auch – je nach Gusto der Lehrkraft – gern auch bereits zur Einstimmung auf das Buch Hiob verwendet werden können.

In der vorliegenden Doppelstunde soll es zunächst genügen, mögliches Vorwissen zu Hiob in der Lerngruppe zu sammeln, sich grundlegende Informationen zum Buch, dessen Entstehung und Besonderheiten zu erarbeiten, sich einen Überblick über Aufbau und Inhalt des Buches zu verschaffen sowie durch die Bestimmung des „Sitzes im Leben“ eine erste Annäherung an die historisch-kritische Methode zu wagen (M5 und M6). Der zur Überleitung verwendete Bildimpuls (M4) kann später im Rahmen der fächerübergreifenden Behandlung der Rezeption und Interpretation der Hiob-Geschichte in Kunst/Literatur/Musik nochmals aufgegriffen werden.

Nicole Mattner

 

Kompetenzerwartungen und daraus abgeleitete Verlaufsvorschläge

Die Schülerinnen und Schüler können …

  • eigene Einstellungen zur Bibel reflektieren und sich darüber austauschen
  • eine für die Gesamtheit der Bibel bedeutsame Schrift bzw. Erzähltradition erschließen
  • eine erste Fragestellung der historisch-kritischen Exegese erläutern und deren Methodik in Ansätzen anhand eines Bibeltextes nachvollziehen.

 

Inhalte zu den Kompetenzen

  • Aufbau, Inhalt und Deutung einer ausgewählten biblischen Schrift bzw. Erzähltradition in ihren innerbiblischen Bezügen, hier: Hiob
  • historisch-kritische Auslegung eines exemplarisch gewählten Abschnitts der behandelten biblischen Tradition; Anliegen und Reichweite der historisch-kritischen Exegese (in Anfängen)
 Soz.formMat.

Motivation

Die SuS bearbeiten entweder einen Fragebogen in EA oder spielen anhand dieser Fragen im Plenum „Wer wird Biblionär“ und wiederholen dadurch ihre Vorkenntnisse zur Bibel aus den Jahrgangsstufen 5 und 8.

Die folgenden Fragen werden mit Hilfe einer Forms-Abfrage bearbeitet:

Zur ersten Annäherung an ihr persönliches Verhältnis zur Bibel beantwortet jeder Schüler selbst folgende Frage: „Wie oft lesen Sie (durchschnittlich) in der Bibel?“

Ich lese…

  • einmal täglich
  • einmal wöchentlich
  • einmal monatlich
  • nie

in der Bibel.

 

Zum Abgleich mit ihren Mitschüler*innen beantworten die SuS folgende Schätzfrage via Forms: „Wie oft lesen Ihre Mitschüler (durchschnittlich) in der Bibel?“

Sie lesen…

  • einmal täglich
  • einmal wöchentlich
  • einmal monatlich
  • nie

in der Bibel.

 

→ Verbesserung und Auswertung der Ergebnisse im Plenum.

EA oder „Wer wird Biblionär“ im Plenum

 

 

Forms-Abfrage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

M1 bzw. Forms

Erarbeitung 1

Die SuS reflektieren in EA ihr persönliches Verhältnis zur Bibel mit Hilfe eines persönlichen Fragebogens und erarbeiten sich darauf in einem zweiten Schritt in GA mit Hilfe der gegebenen Materialien das Verhältnis „Bibel und Jugendliche von heute“.

 

EA, GA

 

M2 und M3

Sicherung 1

Besprechung und Diskussion der Ergebnisse im Plenum.

 

Plenum, UG

M2 und M3

sowie M4

Vertiefung 1

Besprechung einer berühmten Szene aus Hiob, die auf den späteren Bibeltext hinarbeitet, gemäß der Methode der Bildbetrachtung und erste Einordnungsversuche in Gesamtwerk.

 

Bildbetrachtung

 

M4

Erarbeitung 2/Sicherung 2

Die SuS erschließen sich in PA inhaltlich das Buch Hiob (Grundlegende Informationen zum Buch, Aufbau und Handlungsverlauf, Personen) und ordnen die dargestellte Szene reflektiert ein.

 

PA

 

M5 und Bibeln

Vertiefung 2

Im anschließenden UG wird das Verhältnis Hiobs zu Gott und der Schrift/des Gotteswortes und die damit verbundenen Konsequenzen anhand von Hi 1,1-5.13-22 erarbeitet, der „Sitzes im Leben“ bestimmt und eine erste Annäherung an „historisch-kritische Methode“ gewagt.

 

UG

 

M6

Themenbereich

Inhaltlicher Punkt

Zu verwendendes, bereits in der GPM veröffentlichtes Material

ER 11.1 „Glaube und Vernunft – alte und neue Herausforderungen“

Zum Begriff der Mündigkeit

ThF 80

 

Aspekte der Lebenssituation, Fragen der Positionierung…

ThF 120

 

Zeitalter der Aufklärung

ThF 50 sowie ThF 121

 

Pietismus

ThF 119

 

Glaube vs. Naturwissenschaft

ThF 82 und 84

ER 11.2 „Freiheit leben“

Evangelisches Gewissensverständnis

ThF 85

ER 11.3 „Sola scriptura?! – Zugänge zur Bibel“

Aufbau, Inhalt und Deutung einer ausgewählten biblischen Schrift bzw. Erzähltradition

ThF 106

ER 11.4 „Zwischen Distanz und Nähe: Judentum, Christentum, Islam“

Geltungs- und Wahrheitsanspruch von Religionen in ihrer Spannung zum Toleranzbegriff

ThF 151

Wir bedanken uns herzlich bei allen Rechteinhabern für die Genehmigungen, ihr Material in diesen Entwurf mit aufzunehmen. Trotz aller Bemühungen ist es uns bei den Recherchen nicht in allen Fällen gelungen, die Urheber ausfindig zu machen.  Sollten Fremdrechte bestehen, bitten wir die Rechteinhaber, uns zu benachrichtigen.

 

 

Das Konzept als PDF

Alle Materialien


Lehrplanbezug

ER 6.3 Mitten unter Euch -
Jesu Botschaft und Leben

  

Materialindex

M1
AB/Vorlage für „Wer wird Biblionär“

Thema: AB zur Wiederholung bisherigen Vorwissens zur Bibel aus den Jahrgangsstufen 5 und 8 als Grundlage für „Wer wird Biblionär
 

M2
Persönlicher Fragebogen

Thema: Persönlicher Fragebogen zur Bestimmung des eigenen Verhältnisses zur Bibel
 

M3
AB „Jugendliche von heute und die Bibel“

Thema: AB mit einer Broschüre zur Erarbeitung des Verhältnisses „Bibel und Jugendlichen von heute“

 

M4
Bildimpuls zu Hiob

Thema: Bildimpuls zur Einstimmung auf das Buch Hiob, zur Wiederholung der Methode der Bildbetrachtung, zur Klärung möglichen Vorwissens und zur Vorausdeutung auf den folgenden Bibeltext

 

M5
AB „Grundlagen zu Hiob“

Thema: AB zur Erarbeitung und Sicherung grundlegender Informationen zum Buch Hiob (Inhalt, Aufbau und Handlungsverlauf…)

 

M6
AB
„Bibeltexte Hiob sowie grundlegende Informationen zur historisch-kritischen Methode“

Thema: AB mit (Bibel-) Texten

  • zur Erarbeitung der grundlegenden Ausgangslage Hiobs als Basis für das Verständnis der folgenden Texte sowie
  • mit Zusatzfragen zur Klärung des Verhältn isses Hiobs zur Schrift/zum Wort Gottes sowie
  • als erste Annäherung an die historisch-kritische Methode

 

M7
AB „weiterführende Materialien für spätere Stunden“

Thema: Zusatzmaterialien zur weiteren Betrachtung des Hiob-Buchs im Stil der historisch-kritischen Methode sowie Rezeptionsbeispiele aus Kunst, Literatur und Musik

 

  

Schlüsselbegriffe

  • Verhältnis(se) zur Bibel, deren Geltungsbereich und Grenzen
  • Hiob
  • Sitz im Leben
  • historisch-kritische Methode
  • Interpretationsbeispiele

 

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