Religionsunterricht mit erweiterer Kooperation (RUmeK)

Informationen zur Konzeption von RUmeK


 

R eligion interkonfessionell erleben
U nterschiede kennenlernen, Gemeinsamkeiten betonen
m iteinander und voneinander lernen
e in Blick über den Gartenzaun
K ooperation - gelingende - ein Gewinn für alle Beteiligten

Hier finden Sie Information zur Konzeption des Religionsunterricht mit erweiterter Kooperation (RUmeK) an Grund- und Mittelschulen. RUmeK ist aus der Idee des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts entstanden.
Die Facetten dieser Unterrichtsmöglichkeiten und die Stellungnahme beider Konfessionen dazu finden Sie unter:
www.rpz-heilsbronn.de/arbeitsbereiche/grundschule/

Was ist RUmeK?

RUmeK ist gelebte Ökumene!

  • Annäherung und Stärkung beider christlicher Konfessionen durch Kooperation
  • Intensiveres Kennenlernen der anderen Konfession fördert die gegenseitige Akzeptanz
  • Gelebte ökumenische Spiritualität öffnet Diskussionen über theologische Themen

RUmeK, ein Gewinn!

  • Bereicherung des Miteinanders beider Konfessionen
  • Schärfung des eigenen Profils und der Sprachfähigkeit in der eigenen Konfession
  • Entkräftung von Vorurteilen gegenüber der Schwesterkirche
  • Erlebbarkeit des Zusammenlebens beider Konfessionen für Schüler:innen
  • Bereicherung des Schullebens
  • Stärkung der Klassengemeinschaft, indem Schüler:innen der Minderheitskonfession im Religionsunterricht Teil der Klasse bleiben
  • Öffnung des Religionsunterrichts für zeitgemäße Vermittlungsformen
  • Vermittlung grundlegender Inhalte der Minderheitskonfession
  • Vermittlung grundlegender, übereinstimmender Inhalte

RUmeK mit digital zugeschalteten Experten:innen

Da es nicht überall möglich ist Experten:innen der Minderheitskonfession in Präsenz in RUmeK-Gruppen zu schicken, gibt es das Angebot von evangelischer Seite, sich eine/n Experten:in digital in den katholischen Unterricht zuschalten zu lassen. Wird digitaler RUmeK erteilt, wird der/die Expert:in digital über die vom Kultusministerium angebotene Bayerncloud (Videokanal visavid) zugeschaltet. Der/die evangeliche Experte:in lädt dazu ein.

Im Klassenzimmer agiert die katholische Lehrkraft der Mehrheitskonfession als Moderator*in zwischen den Schülern*innen und der/dem per Videokonferenz zugeschalteten evangelischen Experten:in. Die katholische Lehrkraft der Mehrheitskonfession ist auch in diesen Unterrichtseinheiten verantwortlich für den Unterricht im Klassenzimmer. Ihr obliegt die Aufsichtspflicht.

Gerne geht der/die digital zugeschaltete evangelische Experte:in auf die Bedürfnisse und Begebenheiten vor Ort mit ein.

Besonderheiten des Digitalen RUmeK

Digitaler RUmeK bietet die Chance eines besonders effektiven kollegialen Austausches auf Augenhöhe, da sowohl inhaltliche als auch pädagogische Absprachen zum Gelingen beitragen. Dies führt dazu, dass ein christliches Miteinander langfristig gefördert wird.

In Form des digitalen RUmeKs können die katholische und evangelische Kirche einen beachtlichen Teil zur Förderung der Digitalisierung bei Schüler:innen im Rahmen des Mediencurriculums des bayerischen Kultusministeriums beitragen.

RUmeK in der digitalen Form ist regional unabhängig, der Experte kann nach Bedarf bayernweit eingesetzt werden, so dass ein Personaleinsatz an Orten ermöglicht wird, an denen ein Einsatz in Präsenz kaum möglich ist.

Grundsätzliches zu RUmeK

Rahmenbedingungen

An der Schule

  • zur Verfügung stehen max. 12 Stunden je RUmeK-Gruppe, diese können nach pädagogischem Ermessen an der Schule verteilt werden
  • offenes und aufgeschlossenes Kollegium mit der Bereitschaft zu einer Kooperation
  • RUmeK wendet sich an Klassen mit mindestens einer/m Schüler:in aus der Minderheitskonfession
  • Begegnung der Lehrkräfte auf Augenhöhe
  • Digitaler RUmeK: Internetverbindung, Beamer, Endgerät, Videokanal nach Absprache - optional: Schüler-Ipad, Whiteboard
  • Die Teilnahme an und Mitgestaltung von Schulgottesdiensten, Andachten, Elternabenden, Schulfesten usw. ist möglich, kann jedoch nicht im Rahmen der für RUmeK zur Verfügung stehenden 12 Stunden berücksichtigt werden.

Lehrkraft

  • Konfessionssensible Lehrkraft mit der Bereitschaft für Austausch und Zusammenarbeit
  • Andere Form des Arbeitens, die einerseits entlastet, andererseits neue Aufgaben mit sich bringt
  • Offenheit für Neues
  • Kooperation der Lehrkräfte

Themenauswahl mit Lehrplanbezug

z. B. Martin Luther, Kinderabendmahl, Gottesmutter Maria, Beichtverständnis

Teamteaching

  • Schüler:innen erfahren die Zusammenarbeit von Lehrkräften der verschiedenen Konfessionen als Bereicherung
  • das Erleben von zwei verschiedenen Frömmigkeitsformen und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede wird ermöglicht
  • die Zusammenarbeit ermöglicht ein größeres Methodenrepertoire

Erleben der eigenen Religionsgruppe in einem neuen Kontext

  • gewinnbringend für die Lehrkraft der Mehrheitenkonfession und die Schüler:innen, da die Klasse in einem neuen Kontext erlebt werden kann

RUmeK Leitlinien

Mit RUmeK gesammelte Erfahrungen


 

RUmeK - Fotoimpressionen

“So wie der Fluss in Sicherheit und Geborgenheit ist im Flussbett, so sind ich und mein Leben bei Gott geborgen und geschützt!“ Roni 4. Klasse

Im Rahmen des RUmeK philosophieren und arbeiten die Schüler:innen zu ihrer Gottesvorstellung. Sie erfahren gelebte Ökumene und das uns der Glaube an den Dreieinigen Gott über die Konfessionen hinweg verbindet.

Lehrplanbezug Grundschule: kath. Religion 3/4 LB 4; evang. Religion 3/4 LB 1

Lehrplanbezug Mittelschule: kath. Religion 5 LB2; evang. Religion 5 LB3; 10 LB 1

Zum Jahresbeginn setzten sich die Schüler:innen intensiv mit der Jahreslosung von 2023 auseinander: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“ weitere Materialien und Anregungen dazu finden sie unter: https://jahreslosung.net/

Hagar ist in die Wüste geflohen. Die Schüler:innen verbalisieren ihre Sorgen und Ängste. Dadurch dass Gott uns sieht, entstehen neue Hoffnung, Mut und Kraft.

Lehrplanbezug Grundschule: kath. Religion 3/4 LB 3; evang. Religion 3/4 LB 1

Lehrplanbezug Mittelschule: kath. Religion 6 LB 2; evang. Religion 5 LB 3



RUmeK bietet den Schüler:innen bei den Besuchen durch den Experten oder die Expertin die Möglichkeit und Chance sich über ihren persönlichen Glauben bewusst zu werden, ihn zu reflektieren und im Glauben sprachfähig zu werden.

Lehrplanbezug Grundschule: kath. Religion 3/4 LB 4 und 11; evang. Religion 3/4 LB 1

Lehrplanbezug Mittelschule: kath. Religion 5 LB1; evang. Religion: 5 LB 4

 „So sieht meine Kirche aus!“

Die Schüler:innen tauschen sich darüber aus, was das Wichtige und Typische in ihrer Konfession an ihrem Kirchenraum ist.

Lehrplanbezug Grundschule: kath. Religion 3/4 LB 11; evang. Religion 3/4 LB 6 und 7

Lehrplanbezug Mittelschule: kath. Religion 5 LB 5; evang. Religion 5 LB 4

Die Schüler:innen bedenken das Sakrament der Taufe und seine Symbolhaftigkeit aus Sicht der beiden christlichen Konfessionen.

Lehrplanbezug Grundschule: kath. Religion 1/2 LB 8; evang. Religion 3/4 LB 3

Lehrplanbezug Mittelschule: kath. Religion 5 LB 2; evang. Religion 5 LB 4

 

Was Schüler/innen so sagen...

RUmeK ist großartig, weil es einfach anders ist!
Antonia 2. Klasse

Es ist großartig, wenn ein anderer Lehrer uns manchmal im Religionsunterricht besucht, weil jede Lehrkraft anders ist und man so anders lernt.
Michael 4. Klasse

Wenn uns andere Lehrer besuchen, so wie in RUmeK, gewöhne ich mich schon ein bisschen daran viele Lehrer zu haben, so wie es dann in der 5. Klasse ist.
Emil 4. Klasse

RUmeK finde ich spitze, weil man zusätzlich noch was anderes lernt. Man kann Schule so auch ohne richtigen Unterricht machen und lernt dabei noch eine andere Religion kennen.
Lena 4. Klasse

RUmeK ist toll, weil wir dabei spannenden Themen bearbeiten.
Tommy 4. Klasse

RUmeK finde ich super, weil es interessant ist ein bisschen evangelisch zu verstehen.
Klara 4. Klasse

Auf RUmeK freue ich mich immer, weil man mal was von einer anderen Seite hört.
Regina 4. Klasse

RUmek interessiert mich sehr, weil ich so die Geschichte von Martin Luther kennengelernt habe.
Benedikt 4. Klasse

Das Beste an RUmeK ist, dass ich neue Lehrersysteme und -charakter kennenlerne.
Emiliy 4. Klasse

Ich wünsche mir mehr RUmeK-Stunden.
Theresa 3. Klasse

Was Lehrkräfte und Schulleitungen so sagen...

Lehrkraft der Mehrheitskonfession

Ein großer Wert für RUmeK besteht für mich darin, dass Beziehung über die Konfessionsgrenzen hinweg entstehen.
Für die Schülerinnen und Schüler bekommt die „andere Kirche“ ein Gesicht.
Für mich persönlich ist es eine große Bereicherung, mit einer evangelischen Kollegin gemeinsam vor einer Klasse zu stehen.
Durch diese persönlichen Erfahrungen bin ich in meiner alltäglichen pastoralen Arbeit viel sensibler für konfessionelle Engführungen.

Toni Emehrer; Pastoralreferent

Experte der Minderheitskonfession

Als sog. Experte der kleineren Konfession kann ich im Rahmen von RUmeK einige Stunden an den Schulen gestalten, an denen es aufgrund von fehlendem Personal oder von sehr kleinen Schülerzahlen keinen evangelischen Religionsunterricht gibt. Die große Chance von RumeK liegt in meinen Augen darin, dass die evangelischen Schüler bewusst wahrgenommen werden, ihren Platz im katholischen Religionsunterricht haben und religiöse Fragestellungen in ökumenischer Verantwortung behandelt werden. Dabei lernen sie Religionspädagogen oder Pfarrer kennen und bekommen einen Bezug zur Kirchengemeinde vor Ort. Nicht wenige RUmeK-Schüler machen daraufhin gerne beim Krippenspiel oder Kindergottesdienst mit. Dennoch bleibt für mich RUmeK eine Ergänzung, kein Ersatz zum konfessionellen Religionsunterricht.

Dr. Josef Höglauer, Pfarrer in Berchtesgaden

Schulleitung

RUmeK ist für unsere Schule ein großer Gewinn. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Lerninhalte der jeweils anderen Konfession kennenzulernen, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und Unterschiede zu benennen. So werden gemeinsame Werte erkannt und Ökumene aktiv gelebt. Die Kooperation gestaltet sich äußerst unkompliziert und angenehm. Ein absoluter Mehrwert für die Schule!

Gisela Leitsch, Schulleitung

RUmeK-Anekdoten

Brief von Zweitklässler:innen an eine RUmeK-Lehrkraft

 

Diesen Brief erhielt eine RUmeK-Lehrkraft als Rückmeldung zu ihrem Besuch in einer 2. Klasse. Zum Vergrößern bitte auf den Brief klicken.

RUmeK in einer 3. Klasse (Mehrheitskonfession kath.):

Schüleräußerung, zu Beginn der Religionsstunde: „Meine Oma sagt, die Evangelischen sind unsere Feinde! Bist du dann auch mein Feind?“ Mein kath. Kollege und ich einigen uns mit kurzem Blickwechsel, wie wir mit dieser Situation jetzt umgehen und erklären zusammen, dass wir uns die nächsten vier Wochen, in denen ich sie besuche, genauer mit „Was ist evangelisch? – Was ist katholisch?“ beschäftigen und wir ihre ehrliche Frage an das Ende meiner Besuchszeit schieben.

Nach unseren vier gemeinsamen Wochen voller RUmeK-Religionsstunden haben wir unsere letzte gemeinsame Stunde mit der Frage beendet. „Bin ich als evangelische Christin dein Feind?“, die Fragestellerin hat sofort selbst laut zu lachen begonnen und so endete, was mit doch etwas Zögern, Beobachten und ja sogar etwas Ablehnung begonnen hat, nach vier Wochen gemeinsamen RUmeK in einem freudigen, fröhlichen, Herzenslachen voller Erleichterung und Offenheit gegenüber der Minderheitsreligion, der evang. Kirche, dem befürchteten Feind.

RUmeK 2. Klasse (Mehrheitskonfession kath.):

„Wann kommst du uns wieder besuchen?“ – „Wahrscheinlich nächstes Jahr.“ – „Oh, ein Jahr ist aber ganz schön lang, aber dann habe ich jetzt etwas, auf das ich mich ein Jahr lang freuen kann!  Pfiati bis nächstes Jahr!“


RUmeK 3. Klasse (Mehrheitskonfession kath.):

Nach den ersten vier RUmeK-Stunden gab mir eine Schülerin ihr Freundebuch, bis zur nächsten RUmeK-Stunde. Als ich es ihr beim nächsten Besuch zurückgab, fragte sie mich, wann und wie man sich evangelisch taufen lassen kann. Im Gespräch klärten wir auch den Hintergrund, warum sie dies so genau wissen wolle. Sie antwortete klar und bestimmt: "In den Stunden mit dir habe ich gespürt, dass Gott mich liebhat und deshalb will ich auch zu ihm gehören!"

Vom kath. Kollegen erfuhr ich, dass die Schülerin bekenntnislos ist und auf Antrag am kath. Religionsunterricht teilnimmt. Ich stellte selbstverständlich den Kontakt zum zuständigen Pfarrer her.  Die Schülerin war sehr glücklich eine geistliche Heimat gefunden zu haben. Auch der kath. Kollege beschrieb die Situation sehr einfühlsam so, dass er schon gemerkt habe, dass sie auf der Suche sei und die evangelische Kirche tatsächlich besser für sie passe. Ein halbes Jahr später wurde die Schülerin evangelisch-lutherisch getauft. Welche Freude bei allen Beteiligten!

RUmeK - ein Füllhorn an Chancen für die Diaspora...

„Ökumene zielt auf in Unterschiedlichkeit versöhnte Einheit.“

Papst Franziskus
 

„In Unterschiedlichkeit versöhnte Einheit“ das ist Ökumene – wie ansprechend, wie treffend hier zum Ausdruck gebracht wird, worin die einmalige Chance und Besonderheit von RUmeK liegt.

RUmeK findet an Schulen statt, an denen in der Regel weniger als fünf Schüler:innen der Minderheitsreligion (kath. oder evang.) angehören.

Ist der Antrag der Schulleitung für RUmeK bewilligt worden, steht der Minderheits-konfession ein „Experte“ zur Seite, der nach Möglichkeit jede RUmeK-Gruppe zwischen einer und zwölf Wochenstunden pro Schuljahr begleitet.

RUmeK leistet so einen beachtlichen Beitrag zur Förderung der Ökumene, da in den Besuchsstunden für die Schüler:innen Ökumene erfahrbar, nah und konkret gemacht wird. Zudem stärkt RUmeK beide christlichen Konfessionen und ermöglicht den Schüler:innen eine Annäherung. Durch das bewusste, intensive Kennenlernen der anderen Konfession bei den Besuchen des „Experten vor Ort“ oder dem Zuschalten des „digitalen Experten“ fördert es bereits ab dem Grundschulalter die gegenseitige Akzeptanz – wie lebendig und vielfältig können Menschen Ökumene in Zukunft leben und gestalten, wenn sie diese bereits von klein auf positiv erleben.

Zudem lädt die gelebte ökumenische Spiritualität zu theologischen Diskussionen ein. Es ist erfreulich, überraschend, bereichernd und ermutigend wie viele Fragen und Gedanken sich sowohl Grund- als auch Mittelschüler:innen zum Glauben machen und wie sprachfähig sie bereits in jungen Jahren im Glauben sind.

Mit RUmeK kann es gelingen, auch in der Diaspora die Minderheitskonfession zu erreichen und zu vertreten.

In einer Gesellschaft, die immer vielfältiger wird, ist es wichtig, dass der Einzelne ver-schiedene religiöse Überzeugungen und Praktiken kennenlernt. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist RUmeK. Diese Art von Unterricht bringt Schüler:innen verschiedener Konfessionen zusammen und ermöglicht es ihnen, den Glauben der anderen kennen und schätzen zu lernen.

Zudem bereichert RUmeK das Miteinander der beiden Konfessionen. Indem Schüler:innen miteinander lernen und interagieren, entwickeln sie trotz unterschied-lichem religiösen Hintergrund ein größeres Verständnis und eine weiterreichendere Wertschätzung für den Glauben des jeweils anderen. Dies kann dazu beitragen, ein Gefühl der Gemeinschaft und der Verbundenheit entstehen zu lassen.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass RUmeK die Entwicklung des eigenen religiösen Profils der Schüler:innen fördert. Dies trägt dazu bei, ihre Fähigkeit zu verbessern, über ihren eigenen Glauben zu sprechen und ihn zu vertreten, was in einer Zeit, in der Religion oft in Frage gestellt wird, eine wichtige Fähigkeit ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass RUmeK hilft Vorurteile wechsel-seitig zu entkräften, indem er die Chance eröffnet über die andere Konfession etwas zu lernen und zu erkennen, dass unterschiedliche religiöse Traditionen respektvoll nebeneinander/miteinander existieren.

Insgesamt bietet RUmeK sowohl für Schüler:innen als auch für die beteiligten Lehrkräfte und für die Schulen an sich eine Reihe von bedeutsamen Vorteilen. Indem er Schüler:innen mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund zusammenbringt, bereichert er das Schulleben, stärkt die Klassengemeinschaft und stellt sicher, dass grundlegende Inhalte beider Konfessionen vermittelt werden. Diese Art von Unterricht ist ein wichtiger Schritt zum Aufbau einer integrativeren und toleranten Gesellschaft, die in unserer Zeit immer mehr abhanden zu kommen droht.

Das Unterrichten im Team kann sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrer:innen eine bereichernde Erfahrung sein. Wenn Lehrkräfte verschiedener religiöser Konfessionen gemeinsam unterrichten, erleben Kinder und Jugendliche religiöse Vielfalt und lernen diese schätzen. Vor allem für Schüler:innen mit Zugang zu einem ein-zigen oder gar keinem religiösen Hintergrund wird dies ein Gewinn sein.

Einer der Hauptvorteile des Teamunterrichts besteht darin, dass in der Schule die Zusammenarbeit von Lehrerkräften verschiedener Konfessionen erfahrbar wird. Diese Kooperation ermöglicht es Wissen und Erfahrungen an Schüler:innen weiter-zugeben und ihnen damit vielseitige, umfassende Perpektiven zu eröffnen. Gleichzeitig kann bei den Unterrichtenden ein Gefühl der Einheit und Gemeinschaft entstehen.

Darüber hinaus ermöglicht der Unterricht im Team verschiedene Frömmigkeitsformen erlebbar zu machen, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und ein tieferes Verständnis für religiöse Überzeugungen zu entwickeln.

Ein weiterer Vorteil des Teamunterrichts liegt darin, dass er eine größere methodische Ausgewogenheit ermöglicht, weil ein breiteres Spektrum an Unterrichtsstilen und -techniken in den Unterricht einbracht wird. So kann eine ansprechendere und dynamischere Lernumgebung geschaffen werden.

Insgesamt kann das Unterrichten im Team sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrer:innen eine wertvolle Erfahrung sein, weil es das pädagogische Handeln bereichert und eine persönliche Annäherung zulässt.

Viele Lehrkräfte der Mehrheitskonfession erleben es als eine besonders gewinnbringende Erfahrung, die eigene Religionsgruppe mit dem Experten agieren zu sehen. Dabei tritt oftmals eine große Offenheit der Schüler:innen für ein Erzählen über eigenes Erleben, für ein Nachdenken über familiäre Hintergründe, für das Formulieren eigener Meinungen und weitreichender, existentieller Fragen zu Tage.

So erlebt man die Klasse in einem anderen und neuen Kontext. Dies ermöglicht es, die Routine des Unterrichtens mit Unterrichtsplänen und -materialien aufzubrechen. Auf diese Weise entstehen für die Lehrkraft neue Möglichkeiten die Gruppe und ihre einzelnen Mitglieder in einem neuen Licht wahrzunehmen.

Antragsverfahren

 

Mit KMS vom 29.05.2019 (III.3-BS7402.1/5/5) wurde für den Projektversuch ein Antragsformular entwickelt, das von der Schule digital auszufüllen ist und per E-Mail an die zuständigen kirchlichen Behörden zu senden ist. Der Antrag durch die Schule muss bis spätestens 20. Mai bei der kirchlichen Behörde der Mehrheitskonfession eingehen. Die kirchliche Letztentscheidung trifft jeweils die Kirche der Minderheitskonfession. Danach wird das Schulamt über die Einrichtung dieser Lerngruppe informiert.

Die Zustimmungserklärungen der evang. und kath. Religionslehrkraft sowie der Erziehungsberechtigten der evang. und kath. Schüler:innen liegen in der Schule vor.

Hinweis zur aktuellen Eintragungspraxis in der ASV

 

Materialien zur Beantragung von RUmeK

Hier finden Sie Informationen rund um die Beantragung von RUmeK:

  • eine Chekliste mit allgemeinen Informationen zu RUmeK
  • einen Musterelternbrief für Schulleitungen um Eltern über RUmeK zu informieren
  • das Formular zur Beantragung von RUmeK

 

 

 

Experten:innen der evangelischen Minderheitskonfession

 

Experten der Minderheitskonfession können auf evangelischer Seite über die Schulreferate angefragt werden.

Unter folgendendem Link finden Sie zu den Dekanatshomepages aller Evang-Luth. Dekanatsbezirke in Bayern. Auf den Dekanatshomepages finden Sie entweder direkt eine Information zum örtlichen Schulreferat oder Sie fragen im Dekanatsbüro nach dem/der zuständigen Schulreferenten:in.

Siehe: https://landeskirche.bayern-evangelisch.de/dekanatsbezirke.php

Informationen für Lehrkräfte

 

Konfessionssensibles Unterrichten

Wie in jedem Religionsunterricht ist der wertschätzende Umgang mit den Schülern:innen und die Haltung der Lehrkraft wichtig. Beim unterrichten von RUmeK trifft dies in ganz besonderem Maß zu.  Achtung und ausreichend Kenntnisse in Bezug auf die andere Konfession sind besonders wichtig. Es gilt konfessionssensibel zu unterrichten.

 

Experten:innen der evangelischen Minderheitskonfession

Experten der Minderheitskonfession können auf evangelischer Seite über die Schulreferate angefragt werden.

Unter folgendendem Link finden Sie zu den Dekanatshomepages aller Evang-Luth. Dekanatsbezirke in Bayern. Auf den Dekanatshomepages finden Sie entweder direkt eine Information zum örtlichen Schulreferat oder Sie fragen im Dekanatsbüro nach dem/der zuständigen Schulreferenten:in.

Siehe: https://landeskirche.bayern-evangelisch.de/dekanatsbezirke.php

Digitaler RUmeK (in der Pilotphase)

Es ist nicht überall möglich RUmeK in Präsenz zu gewährleisten. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit von der Evangelischen Kirche eine/n Experten:in digital in die RUmeK-Gruppen zuzuschalten.

Die Entscheidung ob RUmek in Präsenz oder in digitaler Form gegeben werden kann, obliegt dem Schulreferat.
Wird digitaler RUmeK erteilt, wird der/die Expert:in digital über die vom Kultusministerium angebotene Bayerncloud (Videokanal visavid) zugeschaltet. Der/die evangeliche Experte:in lädt dazu ein.
Bei digtalen RUmeK gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten:

  • persönlicher Austausch
  • Fragestunde
  • digitale Unterrichtseinheit
  • für RUmek erstellte digitale Lernspiele
  • besonders geeignetes Filmmaterial
  • Arbeitsblätter
  • Themenhefte zu RUmeK relevanten Lernbereichen
  • ...

Selbstverständlich funktioniert der digitale RUmeK in Kooperation nur mit einem/r anwesenden kath. Kollegen:in, dem/der die Aufsichtspflicht obliegt.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Reckmeyer auf. Sie wird mit Ihnen besprechen, wann, wie und mit welchem Thema sie sich in RUmeK-Gruppen zuschalten kann. Gerne geht sie dabei auf die Bedürfnisse und Begebenheiten vor Ort mit ein.
Die katholische Kirche überlegt Ähnliches einzurichten.

 

Bild von Stefanie Reckmeyer

Stefanie Reckmeyer
Religionspädagogin
rumek.digital[at]elkb.de

Wie werde ich Expertin bzw. Experte?

Als Expertin bzw. Experte der Minderheitskonfession kann ich in Absprache mit der Lehrkraft der Mehrheitskonfession jede RUmeK-Gruppe der Schule bis zu 12 Stunden im Schuljahr besuchen. Dazu ist die Vocatio bzw. die Missio canonica Voraussetzung. 
Freude und Bereitschaft an einer Kooperation, sowie die Begeisterung für gelebte Ökumene sind dabei dienlich.
Wenn Sie Interesse haben, eine oder mehrere Wochenstunden als Expertin bzw. Experte für Ihre Kirche tätig zu sein, wenden Sie sich bitte an Ihr Schulreferat.

 

" />